Zwischen Elchen, pH- Wert und Handynetz

Schüler des EvB am Nordkap

Was waren die spannendsten Erlebnisse auf seiner Nordkap – Expedition? Wie fühlt man sich als Neuntklässler auf einer zwölftägigen Forschungsreise zum Nordkap in einem Bus zusammen mit anderen Schülerinnen und Schülern aus ganz Deutschland? Im Forum des Emil-von-Behring-Gymnasiums berichtete Jan Oliver Lischke über diese und andere Fragen Schülerinnen und Schülern der 7. Klassen. Ausgewählt aus einer Bewerberzahl von rund 200 Jugendlichen war auch Jan Oliver unter den glücklichen 43, die, begleitet von fünf Betreuern, an dieser Reise durch Skandinavien teilnehmen durften. Ausgeschrieben wurde diese vom Institut für Jugendmanagement in Heidelberg, die Expedition gehört zum sogenannten Master-MINT-Programm, einem schulergänzenden Bildungsprogramm, dessen Ziel die frühe Interessenbildung für die MINT-Bereiche (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ist.

Sehr professionell und anschaulich erläuterte der Schüler der 9b den gebannt lauschenden Siebtklässlern die unterschiedlichen Forschungsgebiete, mit denen sich die acht Forscherteams der Gruppe auf der Reise befassten. Denn das Ziel der Expedition war es, Forschen zu lernen und selber Forschungsmethoden zu entwickeln. Untersucht wurden beispielsweise Bereiche wie Gewässer, Flora, Fauna, Klima, Wirtschaft, Menschen, Kultur und Sprache sowie die Infrastruktur, mit der sich auch Jan Oliver befasste. So stellte sein Team fest, dass auch im hohen Norden trotz der dünnen Besiedlung die Qualität des Handynetzes gut ist, es untersuchte das nördlichste Dorf der Welt und begutachtete die Straßenbreite, die nach Norden immer weiter abnimmt. Ein Team untersuchte den pH-Wert von Gewässern, ein anderes erstellte Geräte zur Windmessung, ein weiteres befasste sich u.a. mit kulinarischen Spezialitäten Skandinaviens. Begleitet wurden die Gruppen von dem Team Medien, das die Ergebnisse nebst einem Reisetagebuch via Facebook den daheimgebliebenen Freunden und Familien zur Verfügung stellte. Von der Sichtung freilaufender Elche, Rentierherden und Adlern wurde ebenso berichtet wie von dem Besuch des „Santa Claus Village“ und der Stadtrundfahrt in Stockholm - die Kamera war immer griffbereit.

Die Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte des EvB waren beeindruckt von den faszinierenden Aufnahmen, die Jan Oliver präsentierte. „Es hat mir gefallen, weil es spannend war, mehr zu erfahren, wie sich die Tiere, die Pflanzen und die Umwelt verändert haben, je weiter man zum Nordkap kommt“, meint Elea aus der 7a, die auch gerne an einer Expedition teilnehmen würde, weil „es um den Teamgeist geht und man gemeinsam forscht“. Maja fände insbesondere die Erforschung der Tierwelt toll, „allerdings erst, wenn ich ein bisschen älter bin“, so die Schülerin der 7a. Ihre Klassenkameradin Paula findet eine Expedition zwar spannend, weiß allerdings nicht, ob sie dort mitmachen würde. „Das frühe Aufstehen (6 Uhr morgens!) ist nicht so meine Sache,“ verriet sie.

„Ich kann allen so eine Reise nur empfehlen“, so Jan Oliver. „Natürlich war es auch anstrengend, wenn abends noch die Präsentation für den nächsten Tag fertig werden musste. Aber ich habe viel gelernt, es herrschte eine nette Stimmung im Bus und die Gruppe ist im Laufe der Zeit gut zusammengewachsen, es haben sich Freundschaften gebildet.“

Text: Kathrin Lentz
Bilder: Kathrin Lentz