Europacurriculum
Elemente eines Europacurriculums

Europäische Themen im Unterricht

5. und 6. Klasse:

Englisch:  Der Beitrag des Faches zur Grundbildung

Unter den im Schleswig-Holsteinischen Schulgesetz festgelegten Bildungs- und Erziehungszielen findet sich die Vorgabe, die Schule solle „die Offenheit des jungen Menschen gegenüber kultureller Vielfalt, den Willen zur Völkerverständigung und die Friedensfähigkeit fördern“ (§ 4 Abs. 4). In diesem Absatz wird die Schule auch aufgefordert, den jungen Menschen zu befähigen, „die besondere Verantwortung und Verpflichtung Deutschlands in einem gemeinsamen Europa ... zu erfassen.“

Angesichts der zunehmenden internationalen wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Verflechtungen kommt der sprachlichen Verständigung der Menschen untereinander wachsende Bedeutung zu. Deshalb wird der Bedarf an Fremdsprachenkenntnissen im alltäglichen Umgang sowie im beruflichen Bereich zunehmen.

 Angesichts der Realität grenzüberschreitender Informationsmedien und Kommunikationsmöglichkeiten ermöglichen englische Sprachkenntnisse die direkte Nutzung von Informationen in englischer Sprache. Damit wird ein Beitrag geleistet zur Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf ihre Stellung als Bürgerinnen und Bürger in Europa.

Philosophie: Der Beitrag des Faches 

Der Philosophieunterricht begleitet und fördert die Entwicklung aller Erkenntnis- und Verstehensanlagen der Kinder und Heranwachsenden. Er will Nachdenklichkeit üben und dient durch die Klärung ihrer Vorstellungswelt der Aufklärung ihres Lebens. Er will sie befähigen, ihre Anlage zur Nachdenklichkeit im Sinne der drei durch Kant formulierten Forderungen zu entfalten: 1. Selbst denken. 2. Sich in die Stelle jedes anderen denken. 3. Jederzeit mit sich selbst einstimmig denken. Das erste Gebot ist das der zwangsfreien Denkungsart: Auf keines Lehrers Worte zu schwören verpflichtet zu sein. Das zweite Gebot ist das der liberalen Denkungsart: Sich mit den Vorstellungen anderer zu beschäftigen.

Das dritte Gebot betrifft die konsequente, folgerichtige Denkungsart (vgl. I. Kant, Anthropologie in pragmatischer Hinsicht, Akademie-Ausgabe Bd.7, S. 228f; vgl. auch ders., Kritik der Urteilskraft, § 40). Der Philosophieunterricht verfolgt das Ziel, die Schülerinnen und Schüler im Lichte dieser Sätze Kants mit sich und mit den anderen bekannt zu machen: Sie sollen darauf aufmerksam werden, dass sie auf erprobend-prüfendes Denken und verbindliches Sprechen angelegt sind, und sie sollen erfahren, dass sie sich in solchem Denken und Sprechen mit anderen verbinden und auf sie angewiesen sind. Menschliche Gesellschaft soll sich ihnen darin als eine Gemeinschaft erschließen, in der es immer auch um eine Verständigung über die angemessene Orientierung des Lebens und Zusammenlebens geht. Dies ist der Beitrag des Philosophieunterrichts zur Erziehung zu Mündigkeit und Toleranz.  Damit ist es ein originär europäisches Fach.

Erdkunde:  Themenübersicht für die Klassenstufe 6

Themen Inhalte
1. Europas Landschaftsgürtel beeinflussen unsere Lebensweise

− Die Großlandschaften Europas

− Jahreszeitenklimate in Europa und ihre Auswirkungen auf Natur und Mensch

 

2. Verkehrswege verbinden Europa

− Brückenschlag nach Skandinavien

− Transit über die Alpen

 

3. Europas Vielfalt im Spiegel seiner Länder

− Frankreich - von der Landwirtschaft zur Spitzentechnik

− England - die Wiege der modernen Industriekultur

− Italien - zwei Länder in einem ?

− Osteuropa auf dem Weg nach Westen (z. B. Polen)

 

4. Europas Wirtschaft wandelt sich

− Das Sorgenkind der EU: die Landwirtschaft

− Wo der Airbus montiert wird: Arbeitsteilung in Europa

 

5. Migrationen in Europa

− Flüchtlinge und Arbeitssuchende in Europa


Biologie: Der Wolf als wieder eingebürgertes europäisches Säugetier und ausgewählte europäische Vogelarten/Zugrouten in Europa

7. – 10.  Klasse:

Englisch: s.o.  ; Austausch in der 10. Klasse

Französisch:  Austausch in der 10. Klasse

Der Beitrag des Faches 

Französisch ist Muttersprache für etwa 75 Millionen Menschen, nicht nur auf dem europäischen Kontinent, sondern z. B. auch in Teilen Kanadas. Als Staats- und Unterrichtssprache wird es in mehr als 30 Ländern verwendet, so in einigen Ländern Nordafrikas.

Angesichts des im Jahre 1963 geschlossenen Vertrages über die deutsch-französische Zusammenarbeit hat das Französische für deutsche Schülerinnen und Schüler eine besondere Bedeutung. Mit diesem Vertrag wurde einerseits die Grundlage gelegt für intensive Beziehungen im kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Bereich. Andererseits wurde durch die im Vertrag vereinbarte Gründung des Deutsch - Französischen Jugendwerkes der Anstoß gegeben für eine intensive Begegnung der Jugendlichen beider Länder.

Schulische und außerschulische Begegnungen deutsch- und französischsprachiger Jugendlicher und Erwachsener aus aller Welt bieten die Gelegenheit, Einblicke in die Anschauungen und Lebensweise der Menschen im jeweiligen Land zu gewinnen und kritische Rückfragen an die eigenen Erfahrungen und die Realität zu stellen, in der man lebt. Dies betrifft auch den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen und die Gleichstellung der Geschlechter.

Die Forderung des Schleswig-Holsteinischen Schulgesetzes nach der Achtung Andersdenkender, nach dem Willen zu Völkerverständigung und Friedensfähigkeit kann hier praktisch umgesetzt werden.

Die Öffnung des europäischen Binnenmarktes führt zu größerer Mobilität der Menschen und noch stärkerer Zusammenarbeit von Institutionen. Der Kenntnis des Französischen kommt angesichts dieser veränderten politischen Strukturen fundamentale Bedeutung für den einzelnen zu, indem es ihm die Übernahme von Verantwortung sowie den Aufbau internationaler Kontakte im öffentlichen Leben über Landesgrenzen hinweg eröffnet.  Angesichts der Realität grenzüberschreitender Informationsmedien und Kommunikationsmöglichkeiten ermöglichen französische Sprachkenntnisse die direkte Nutzung von Informationen in französischer Sprache. Damit wird ein Beitrag geleistet zur Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf ihre Stellung als Bürgerinnen und Bürger in Europa.

Latein: Fundamente der literarischen, kulturellen, politischen und philosophischen Bildung für Europa

Geschichte: Berücksichtigung der Aufgabenfelder von allgemeiner pädagogischer Bedeutung

Die Aufgabenfelder „Europa im Unterricht“ und „Interkulturelles Lernen“ sind im Lehrplan in ihren geschichtlichen Bezügen thematisiert. Die Auseinandersetzung mit fremden Epochen und Kulturen weckt Verständnis für die Verschiedenheit von Lebensgewohnheiten und Denkmustern und die Bereitschaft zu konstruktiver Auseinandersetzung.

Erdkunde:
    Kenntnisse und Einsichten

Klassen-stufen

Ziele

Inhaltliche Schwerpunkte

Regionale

Zuordnung

Vorherrschende Betrachtungs-weise

5/6

Einblicke in Mensch-Raum-Beziehungen

 

Lebens- und Arbeitssituationen in unterschied-lichen Regionen

 

Deutschland / Europa mit vergleichenden weltweiten Ausblicken

 

Beobachtung und Beschreibung lebensnaher, überschaubarer Einzelbilder in unterschiedlichen bzw. kontrastierenden Räumen

7/8

Grundlegende Einsichten in natürliche und anthropogene Einflüsse auf den Raum und ihre Rückwirkungen auf den Menschen

 

Leben und Wirtschaften in Großräumen unterschiedlicher natürlicher Prägung und sozio-

ökonomischer Entwicklung

 

Außereuro-päische Entwicklungs- und Industrieländer

 

Kausalanalytische Betrachtung

 

9/10

Auseinandersetzung mit

gegenwärtigen Problemen und zukünftigen Aufgaben in unterschiedlichen Räumen

Aktuelle ökonomische und ökologische Problemfelder

Weltweite Streuung der Raumbeispiele; Europa und Deutschland

Problemorientierte Betrachtung


Themenübersicht für die Klassenstufe 10 - Gymnasium

Themen Inhalte
Europa wächst zusammen
  • EU: Europa ohne Grenzen
  • Lokalpatriotismus - Nationalgefühl - europäische Identität: In der Vielfalt liegt die Stärke
  • Armut und Reichtum in der Europäischen Union
  • Erweiterung der EU nach Osten
  • Die Europäische Union im Welthandel

Kunst: Teilnahme an der europäischen Wettbewerben

11. bis 13. Klasse:

Latein: Fundamente der europäischen Kultur und Literatur

Englisch: s.o.

Geschichte:

11.2 Einheit in der Vielfalt: Strukturmerkmale der europäischen Zivilisation

12.1 Grundströmungen der europäischen Geschichte des 19. Jahrhunderts: Das Erbe des „langen“ 19. Jahrhunderts

13.1 Die Welt nach 1945: Konfrontation, Kooperation und Neuordnung- Prozess des nationalen und europäischen Zusammenwachsens

Philosophie: (12/2) Mythos und Logos als Eckpfeiler europäischen Denkens

Wi/Po: (12/2) Politik und Gesellschaft im Spannungsfeld europäischer Interessen