Darstellendes Spiel
Lehrer Kürzel weitere Faecher
Frau BlenkBlk Englisch, Deutsch 
Frau HöckendorffHf Deutsch 
Herr Schraplau (Fachleitung)Su Musik, Deutsch 


Darstellendes Spiel – Theaterspielen und mehr

Das Fach Darstellendes Spiel gibt es am Emil-von-Behring-Gymnasium seit dem Schuljahr 2003/2004, als es zum ersten Mal einen Kurs im 11. Jahrgang im Wahlpflichtbereich „ästhetische Fächer“ gab. Seitdem ist das Fach aus dem Oberstufenunterricht nicht mehr wegzudenken und erfreute sich zu Zeiten der Wahlfreiheit von Kursen so großer Beliebtheit, dass es zeitweise sogar zwei Kurse in einem Jahrgang gab. Das lag zum Teil daran, dass es sich für viele um ein „neues“ Fach handelte, aber auch an den Aufführungen und Präsentationen, die immer wieder das Schulleben bereicherten. Dazu gab es in den letzten Jahren immer wieder Theaterangebote im AG-Bereich, so dass bei einigen Schülern die Lust am Theaterspielen geweckt wurde.
Seit Einführung der Profiloberstufe war zunächst die Wählbarkeit der meisten Fächer nicht mehr möglich und an unserer Schule das Fach Darstellendes Spiel dem naturwissenschaftlichen Profil und dem ästhetischen Profil zugeordnet, was im Schuljahr (2009/2010) zu zwei parallelen Kursen im 11., einem im 12. und einem im 13. Jahrgang führte. Die Wiedereinführung der Wählbarkeit künstlerischer Fächer in diesem Schuljahr (2010/2011) bescherte uns im 11. Jahrgang zwei rappelvolle Kurse. Im letzten Schuljahr (2011/2012) hatten wir neben 6 Oberstufenkursen (jeweils 2 pro Jahrgang) erstmals einen Grundkurs Darstellendes Spiel im Wahlpflichtbetreich Klasse 8.Dieses Schuljahr (2012/2013) können wir unsere Arbeit fortsetzen. Neben drei neuen Kursen im 11. Jahrgang gibt es wieder einen neuen Kurs für die 8. Klassen und die Fortführung im WPF-Bereich in Klasse 9.

Was aber ist nun eigentlich Darstellendes Spiel?
Es handelt sich um eine Art „Theaterunterricht“, bei dem die praktische Arbeit zwar im Mittelpunkt steht, jedoch auch theoretisch reflektiert wird und zudem Wissen über die Geschichte des Theaters, die Berufe am Theater, seine Organisationsformen, Bühnenformen, Regiestile etc. vermittelt wird. Dabei geht es im Unterricht gerade zu Beginn im 11. Jahrgang um die Erprobung und Erfahrung theatraler Mittel, unter anderem Raum, Körper, Stimme, Requisiten, Kostümen, Licht oder Ton. Dieses geschieht vor allem spielpraktisch, wichtig ist die individuelle Entwicklung und Erweiterung der eigenen Darstellungsfähigkeiten und das Erkennen von Wirkungen bestimmter Mittel, so dass sie nach und nach bewusst eingesetzt werden können.
Wie kann man einen starken Charakter überzeugend darstellen? Was ändert sich, wenn man vorne, hinten, in der Mitte oder an der Seite der Bühne spielt? Was verändert sich, wenn man statt auf der Bühne im Treppenhaus oder draußen agiert? Das sind nur einige der Fragestellungen, die bearbeitet werden. Dieses kann anhand unterschiedlicher Text- oder Spielimpulse, aber auch im Rahmen eines bestimmten Themas (z.B. Männer- und Frauenklischees, Gewalt, Liebe...) oder angelehnt an ein existierendes Theaterstück erfolgen. Das Vorgehen ist stark prozessorientiert, vieles wird den Schülern überlassen, die zumeist in Gruppen zusammenarbeiten, da die eigene Erfahrung im Mittelpunkt steht, in keinem Fall das Umsetzen eines Regiekonzeptes der Spielleitung.
Am Ende eines Halbjahres oder Schuljahres erfolgt in der Regel eine Präsentation, entweder für einen anderen Kurs, bestimmte Klassen(stufen) oder auch als größere Theaterveranstaltung. In den letzten Jahren haben auch immer wieder Kurse oder AG-Gruppen an überregionalen Treffen, zum Beispiel der Schulkulturwoche, teilgenommen und ihre Produktionen vorgestellt.
Dass soziale und individuelle Kompetenzen auf diese Weise beim Fach Darstellendes Spiel in besonderem Maße gefördert werden und fächerübergreifende Aspekte eine wichtige Rolle spielen, liegt auf der Hand. Und wenn die anfängliche Hemmschwelle, auf der Bühne zu stehen und von anderen betrachtet zu werden, überwunden ist, macht es auch eine Menge Spaß, ist es doch oft „offener“ und selbstbestimmter als vieler „normaler“ Schulunterricht.


Jörg Schraplau, Dezember 2009, aktualisiert 01/2011

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