Kunst
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Ästhetisches Profil

Schule - und was dann? 

 

Ehemalige Schülerin des Kunstprofils (Abiturjahrgang 2013) berichtet von ihren Lebenserfahrungen

Kurz vor Weihnachten erhielt ich eine E-Mail einer ehemaligen Schülerin, Mieke, Abiturjahrgang 2013, mit dem Betreff: „Ich lebe noch!“ Ich habe mich sehr über das Lebenszeichen gefreut, aus verschiedenen Gründen: zum einen ist es wirklich schön für LehrerInnen mitzukriegen, welchen Lebensweg der/die ein oder andere ehemalige SchülerIn so eingeschlagen hat und zum anderen war das Angebot, was Mieke machte, nämlich an die alte „Lernstätte“ zurückzukehren und den SchülerInnen von ihren Erlebnissen und Erfahrungen zu berichten, die sie nach dem Abitur gemacht hat, ganz besonders. Miekes Motivation zu dieser Aktion war der eigenen leidvollen Erfahrung geschuldet, dass sie sich nach dem Abitur ziemlich haltlos gefühlt hat und von dem „Bewerbungsdschungel“ überfordert war. So ging sie erstmal für drei Monate nach Irland, danach begann sie, mehr zufällig, in Hamburg Informatik zu studieren (wo sie sich derzeit auch in der Endphase befindet) und fertigte nebenbei noch eine Bewerbungsmappe für die Aufnahmeprüfung an der HAW Studiengang „Illustration“ an. Die Eignungsprüfung hat sie inzwischen mit Bravour bestanden, sodass gleich nach dem Informatikstudium weiter studiert werden kann. Das klingt doch ganz zielorientiert? Der Weg dorthin war aber von vielen gemischten Gefühlen, von Hochs und Tiefs, gepflastert. Und davon hat Mieke auch offen erzählt und damit den SchülerInnen Mut gemacht. Neben konkreten praktischen Tipps für das Bewerbungsverfahren an der HAW (Fachhochschule für Gestaltung) und der beeindruckenden Ansicht ihrer Bewerbungsmappe, gab sie auch wertvolle mentale Tipps: es gibt Dinge, die auch nicht soviel Spaß machen, wo man sich durchbeißen muss. Da hilft Neugier und viel Willenskraft. Talent alleine bringt nichts. Und ganz wichtig: Lasst euch nicht entmutigen!

S. Krummrey

 

Genau das nahmen auch wir SchülerInnen mit. Wie für Mieke damals, ist es für uns als Abiturienten/innen ebenfalls schwierig den richtigen Weg, den eigenen Weg zu finden. Die Bandbreite an Informationen ist so groß und jeder vertritt eine andere Meinung. Eltern, Großeltern, Mitschüler, Bekannte, alle erzählen einem etwas anderes.

Da tut es gut, wenn man Informationen aus erster Hand erhält. Auch wenn es für viele im Moment scheint, als wären Informatik und Illustration nicht die idealen Studiengänge, ist es für uns SchülerInnen super spannend gewesen, Miekes bisherige Lebensgeschichte erzählt zu bekommen, ihre Mappen und Skizzenbücher durchzublättern und sich inspirieren zu lassen. Es ermutigte einen zu sehen, dass man, wenn man viel übt, besser wird und solche Kunstwerke erschaffen kann. Mieke hat uns bekräftigt an unsere Träume zu glauben und uns gezeigt, dass es nicht schlimm ist, wenn man nach dem Abitur noch nicht weiß, wo der eigene Weg ist. Manchmal tut es ganz gut, erstmal sich selber kennenzulernen, um seine Zukunftswünsche ergründen zu können, meinte sie. Man solle sich von Niederlagen nicht aus der Bahn werfen lassen, sondern weiter kämpfen, um irgendwann das Ziel zu erreichen. Gleichermaßen solle man Zufälle und Chancen, wie bei ihr eben das Informatikstudium annehmen und sich erst einmal darauf einlassen. Niemand weiß, wie die Zukunft aussieht, aber vielleicht öffnen gerade diese Zufälle die richtigen Türen und geleiten einen auf Wege, die man sonst nie gegangen wäre. Und selbst wenn man feststellt, dass dem nicht so ist, hat man es wenigstens ausprobiert, denn zum Finden des eigenen Weges gehört es dazu, auszuprobieren, Erfahrungen zu sammeln und möglicherweise “falsche” Wege zu gehen, um zu erkennen, wo der richtige Weg ist.

 

Also bleibt neugierig, geht mit offenen Augen durch die Welt und lasst euch mal die Lebensgeschichte anderer Menschen erzählen, auch wenn sie nicht mit eurer eigenen Zukunftsvision übereinstimmt. Und kommt auch irgendwann mal wieder an die „alte Schule“ zurück und erzählt von euren Erfahrungen. Die SchülerInnen werden davon sicherlich etwas mitnehmen können und vielleicht hilft es dem/der einen/m oder anderen/m sich etwas besser in der Welt nach der Schule zu orientieren.

Meret, Q2

Emil Nolde

Klasse 6a: Besuch der Nolde-Ausstellung in der Kunsthalle Hamburg


Als „Großhansdorfer“ und Schleswig-Holsteiner sind wir ja die echten Norddeutschen.

Und Emil Nolde ist einer der bekannteste norddeutschen Künstler. Somit war ein Besuch der Nolde-Ausstellung in Hamburg ein echtes „Muss“.

Viele Jahre verbrachte Nolde in Seebüll, in der Nähe der Nordsee, wo er ein großzügiges Anwesen besaß. Noch heute kann man dort zahlreiche Gemälde und seinen liebevoll angelegten Garten sehen. Ein Besuch dahin, vielleicht auf dem Weg in den nächsten Dänemarkurlaub, lohnt sich. Wasser, die norddeutsche und dänische Landschaft, Blumen und auch religiöse Motive waren für ihn von großer Bedeutung.
Auch die Stadt Hamburg hat ihn fasziniert, insbesondere der Hafen und die Alster, Hafendampfer und Segelschiffe. Das Treiben von Wind und Wetter, Hamburg war für Nolde das Sinnbild der Urkräfte von Leben und Natur. Mehrere Wochen wohnte er in einem einfachen Hotel in der Nähe des Hafens und verarbeitete seine Eindrücke unmittelbar in seiner Kunst.
Die Klasse 6a wurde im Deutschunterricht wie auch im Kunstunterricht auf den Museumsbesuch vorbereitet. Das Verfassen von Elfchen und Haikus wurde geübt, wer überhaupt Emil Nolde war und welchen künstlerischen Lebensweg er vorwies, wurde erläutert. Bewaffnet mit einigem Know-how und Aufgaben entdeckten die SchülerInnen die Bilder Noldes auf eigene Faust. Es wurden Elfchen, Haikus und Briefe zu Bildern geschrieben, ebenso wurde skizziert und Besucherreaktionen aufgeschnappt. Gerade die älteren Museumsbesucher fanden es toll, dass sich schon so junge Menschen für Kunst interessierten und lauschten interessiert den kurzen Präsentationen der SchülerInnen vor den Werken. Hier ein paar Auszüge:

Nur weiße Farbe
verschmolzen zwischen Birken
einfach wunderschön.
(Anna-Sophie zu
Birken im Schnee 1907)
Sturm
brechende Wellen
schrecklich lauter Wind
dunkle und zerstörende Wellen
Kraft
(Lasse zu Das Meer, VI, 1915, Öl auf Leinwand)
Birken
Schnee verweht
Sie sind schön
weiß mit Schnee bedeckt
Winter
(Kate zu Birken im Schnee 1907)
 

 


Liebe Sophie,ich sitze hier in meiner einsamen Bauernstube während ich dir diesen Brief schreib. Ein gewaltiges Gewitter zieht auf und die Stimmung ist dunkel, still und bedrückend. Weit um mich herum ist nur Grün, der Himmel verdunkelt sich in Windeseile. Ich sehe nur noch schwach ein paar blaue Flecken vom Himmel.
Ich hoffe, der Sturm wird nicht allzu stark und das Gewitter wird bald vorüber ziehen. Bis bald, Alexa

 

„Hülltoft Hof“, 1932, Öl auf Leinwand
Das „Jägers Haus auf Alsen“ war für viele SchülerInnen ein Lieblingsbild.

So schrieb Charlotte:
Ich fühle Freiheit und Wärme und ich denke an einen schönen Frühlingstag.

Frühling
warmes Licht
Blumen und Gräser
Ein Haus so friedlich
Freiheit


Falls Maxim in dem „Wettbewerb“ gewinnt, wo man für einen Monat ein Werk von Nolde ausleihen darf, würde Maxim dieses Bild für seine Oma ausleihen, weil sie mal in einem ähnlichen Haus gewohnt hat.
Für viele SchülerInnen war es ihr erster Besuch in der Hamburger Kunsthalle.


Laut Aussage der SchülerInnen, war es viel besser als sie es sich vorgestellt hatten. Ein schönes Resumée und uns Lehrerinnen hat es auch Spaß gemacht.


Text: S. Krummrey und J.Dressler

 

Ästhetisches Profil

„Sehnsucht“ ist das zentrale Thema der Romantik. Die romantische Landschaftsmalerei war unteranderem auch Thema des Profilkurses Kunst. Und dann malte und zeichnete Franz-Ludwig-Catel in Italien. Er suchte seine Motive genau in der Gegend, wo im September 2016 auch die Studienfahrt des Ästhetischen Profils hingehen soll: Ansichten des Vesuvs, der Amalfi-Küste, Neapel, des italienischen Südens.Wir nutzten diese Gelegenheit, um uns auf die Reise einzustimmen und uns dem romantischen Sehnsuchtsgefühl hinzugeben. Es wurden vor den Bildern Liebesbriefe geschrieben, Standbilder inszeniert und Geschichten geschrieben.

„Liebes Bild, wenn ich dich sehe, sehne ich mich nach Sommer, Wärme und Geborgenheit. Die Klänge der Gitarre dringen durch die Leinwand und der süßliche Geruch der Früchte dringt in meine Nase und ich fühle mich, als ob ich angekommen bin.
Angekommen in der Heimat, nach der ich mich immer sehnte.“ (Theresa)

„Liebes Bild, wenn ich dich sehe, sehne ich mich nach Sommer, Wärme und Geborgenheit. Die Klänge der Gitarre dringen durch die Leinwand und der süßliche Geruch der Früchte dringt in meine Nase und ich fühle mich, als ob ich angekommen bin.
Angekommen in der Heimat, nach der ich mich immer sehnte.“ (Theresa)

„Liebes Bild, deine Nähe läßt meine Sehnsucht aufblühen. Gefühlte Jahrzehnte warte ich auf dich. Auch wenn mir der Gedanke öfter kam, dich nie mehr zu sehen, so gucke ich trotzdem jeden Tag zu Dir. Meine Hoffnung ist wie der Fels in der Brandung. Felsenfest.
Sehe ich dich in der Ferne, springe ich auf und laufe dir entgegen. Die so starkeSonne weißt mir den Weg und leitet mich wohl und warm zu dir.“ (Christoph zu dem Bild „Heimkehrende Fischer“, Öl auf Leinwand, 1827).

Im Anschluss an den Ausstellungsbesuch, gefüllt mit neuen Eindrücken und vielen und intensiven Gefühlen, aber mit einem leeren Magen, gingen wir gemeinsam bei „Balutschistan“ im Univiertel pakistanisch Essen. Ja, eigentlich hätte man italienisch Essen gehen müssen, aber das ißt man ja so oft. Wir wollten mal was Neues ausprobieren. So tauchten wir in eine andere Welt ab, wir saßen in einer nicht ganz unbequemen Sitzhaltung (auf dem Boden), in einem Restaurant, dekoriert wie aus Tausend und einer Nacht, und probierten exotische Speisen (wird viel mit Kichererbsen gekocht). Es war urgemütlich und sehr lecker und als wir wieder ans Tageslicht kamen, schien sogar die Sonne.


S. Krummrey und J. Schraplau