Partnerschule Tansania

Herzlich Willkommen
auf der Homepage des Tansania-Fördervereins
"Asante sana e.V."



Begrüßung am Flughafen im Oktober 2010

Unser Verein

Der Asante sana e.V. unterstützt die Schulpartnerschaft des Emil-von-Behring-Gymnasium Großhansdorf mit der Nkoasenga Secondary School in Tansania.

Gründung: 2009
Vorstand: Brigitta Carstensen, Illona Lowin-Jacobsen & Andrea Petersen-Dreger
Mitglieder: 33
Ziele: Zweck des Vereins ist die Förderung und Unterstützung von Bildung und Ausbildung an Schulen in Tansania, insbesondere der Nkoasenga Secondary School in der Nähe der Stadt Arusha.
Durch die Beschaffung von Geldmitteln soll die Bildungssituation vor Ort verbessert, durch direkte Kontakte das interkulturelle Bewusstsein gefördert werden.

Kurzfristige Ziele:

  • Anschaffung weiterer Unterrichtsmaterialien für die Schülerinnen und Schüler (z.B. Bücher)
  • Bauliche Maßnahmen wie z.B. Ausstattung aller Räume mit Fenstern und Türen

Langfristige Ziele:

  • Bau von weiteren Klassenräumen
  • Bau einer geschlossenen Küche mit festem Herd
  • Regenrinnen und Regenwassersammelanlagen
  • Bau neuer Schülertoiletten
  • Erweiterung der Solaranlagen
  • Bepflanzung des Geländes

Nkoasenga Secondary School

 

  • gegründet im April 2007
  • ist eine weiterführende Schule mit vier Klassenstufen (entspricht der Klasse 8-11 im deutschen System), für die keine Schulpflicht besteht
  • führt bis zum mittleren Bildungsabschluss
  • Schulleiterin: Mrs. Fides Shirima (seit 2010)
  • 9 weitere Lehrkräfte (Stand Oktober 2012)
  • ca. 325 Schüler (ca. 60% Mädchen, 40% Jungen) im Alter von 14-18 Jahren
  • Unterrichtete Fächer: Gemeinschaftskunde, Geografie, Geschichte, Englisch, Kiswahili, Mathematik, Chemie, Biologie und Physik. Einige Fächer können zur Zeit aus Lehrermangel nicht unterrichtet werden.
  • AGs am Nachmittag: Sport, Musik, Religion & Tanzen
  • Die Schule wird zu 80% von den Eltern getragen, die eigenständig (durch Handarbeit!) die Schulgebäude etc. errichten. Die Regierung übernimmt nur 20% der Kosten.
  • Schulgeld: 120 € pro Jahr (für Bücher, Papier, Stifte; Schuluniform & die Mittagsmahlzeit, die aus Maisbrei besteht, Prüfungsgebühren)

Nkoasenga

Die Nkoasenga Secondary School liegt ca. 6600 km von Großhansdorf und 50 km von der Stadt Arusha entfernt. Die 3200 Bewohner des Ortes Nkoasnega, der inmitten von Kaffeefeldern und Bananenplantagen liegt, leben von der Landwirtschaft. Im Ort gibt es sechzehn verschiedene christliche Kirchen. Das Durchschnittsalter der Bewohner liegt bei 16,1 Jahren. Infrastrukturell ist die Gegend fast gar nicht erschlossen.Zwei Mal pro Tag fährt ein öffentlicher Bus von und nach Aruisha, der auf den überwiegend unbefestigten Straßen bis zu drei Stunden unterwegs ist.Nur wehige Privatgebäude erzeugen über einen Generator oder Solarpanele Elektrizität. Die Schule und das Lehrerhaus sind mit ihren Solarpanelen und den Wechselrichtern dagegen sehr gut ausgestattet, so dass jetzt sogar photokopiert werden kann.Im November 2012 soll Nkoasenga endlich an die lange geplante und von OIKOS East Africa realisierte Trinkwasserleitung angeschlossen werden.

Begegnungsreisen

  • Besuch an der Nkoasenga Secondary School: ein Reisebericht von Brigitta Carstensen über die Reise zur Nkoasenga Secondary School im Oktober 2009
  • Zweiter Besuch des Ehepaares Carstensen im Oktober 2010 zusammen mit vier Schülerinnen der Schule - Reisebericht am Ende dieser Homepage
  • Im Juli 2011 erfolgte der dritte Besuch der Partnerschule durch Frau Lowin-Jacobsen zusammen mit drei Abiturienten des Jahrgangs 2011
  • Vierte Begegnungsreise durch das Ehepaar Carstensen im Oktober 2012
  • fünfte Reise durch Frau Lowin-Jacobsen und ihren Bruder Herrn Lowin im April 2013

Bisher realisierte Projekte

  • Ausbau von Klassenräumen und einer Solaranlage durch Fördergelder von Bingo! die Umweltlotterie (Oktober 2010)
  • der Solarenergieförderverein Bayern hat die Schule durch den Bau von mehreren Solaranlagen und Installation von Wechselrichtern und Stabilisatoren auf Schulgebäuden und dem alten Lehrerhaus unterstützt (2010 & 2012)
  • Fenster und Türen in Klassenräumen eingesetzt, Verputzen und Streichen der Räume innen und außen (2010; 2011 & 2012)
  • Ausbau der Bibliothek (2010)
  • Anschaffung von mehr als 2000 Büchern (2010 & 2011)
  • 60 neue Bäume auf dem Schulgelände gepflanzt (2010 & 2012)
  • Errichtung von zwei großen Vorratsbehältern für Mais und Bohnen für die sichere Vorratshaltung für das tägliche Schulessen (2012)
  • die Friedenskirche in Siek unterstützt unsere Schulpartnerschaft durch die Kollekten aus mehreren Gottesdiensten im Jahr
  • die Grundschule Am Hagen in Ahrensburg hat die Nkoasenga Secondary School mehrfach mit Geldern aus Sponsorenläufen unterstützt
  • Children for a better World e.V. förderte die Anschaffung von Schulbüchern in Höhe von 1500 Euro (März 2011)JugendHilft_Logo_RGB.jpgund gab einen Zuschuss in Höhe von 1000 € (Juli 2014) für weitere Schulbücher und die Ausstattung des naturwissenschaftlichen Fachraumes!
  • durch Fördergelder des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und vom Asante sana e.V. wurde im Jahr 2012 ein großes Wohnhaus für Lehrkräfte errichtet. Dieses ist im Dezember 2012 fertig gestellt und im Januar 2013 bezogen worden.
  • Durch finanzielle Unterstützung der Lufthansa Help-Alliance konnten im November 2012 und Juli 2014 an zwei Klassenhäusern Regenrinnen angebracht werden, die das Regenwasser in große Sammeltanks ableiten. Ein aus diesem Wasser gespeistes Handwaschbecken erhöht den hygienischen Standard an der Schule um ein Vielfaches.

Spenden

Über eine Spende zu Gunsten unseres Vereins freuen sich alle Schülerinnen, Schüler und Lehrer der Nkoasenga Secondary School und sagen auf Kisuaheli "ASANTE SANA" (vielen Dank)!

Asante sana konnte der Partnerschule in Tansania bereits vier Mal durch eine Delegation des EvB Bargeld überbringen.

Helfen auch Sie! Geben Sie den Schülern der Nkoasenga Secondary School eine

Chance auf Bildung!
„Education is life!“

Bankverbindung:

Sparkasse Holstein
IBAN: DE 30 2135 2240 0135 8420 03
BIC: NOLADE21HOL


Mitgliedschaft

Mitgliedsbeiträge pro Jahr:

Schülerin/Schüler: 6,00 €
Erwachsener: 12,00 €
förderndes Mitglied: 50,00 €

Auf Wunsch erstellen wir gerne Spendenbescheinigungen!

Antrag und Informationen zu einer Mitgliedschaft im Förderverein „Asante sana“

Kontakt

Adresse:
Asante sana e.V. Tansania Förderverein
Emil-von-Behring-Gymnasium
Sieker Landstraße 203a
22927 Großhansdorf
Deutschland

E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können
Ansprechpartnerinnen: Frau Carstensen, Frau Lowin-Jacobsen & Frau Petersen-Dreger

Adresse der Nkoasenga Secondary School:
Ministry of Education and Vocational Training:
Nkoasenga Secondary School
P.O. Box 16859 Arusha
Tanzania

 

 

 

Karibu Tanzania 2016

Wieder mache ich mich auf nach Nkoasenga, dem kleinen Dorf zwischen den großen ostafrikanischen Bergen Meru und Kilimandscharo unweit der Bezirkshauptstadt Arusha. Mein Mann und ich freuen uns sehr; für ihn ist es der erste Besuch in Afrika und zusammen mit meiner deutschen Kollegin sind wir gespannt, was uns dieses Mal erwartet. Schon das Packen der Koffer stellt uns vor die übliche Herausforderung aus `Was passt, außer dem minimalen eigenen Bedarf rein an Spenden, Hilfsgütern aller Art und Geschenken für Schüler, Lehrer, Dorfhonoratioren und Freunde, was muss aus Platz- oder Gewichtsgründen hierbleiben?´ Kurz bevor die Wohnung endgültig im Packchaos versinkt geht es los – Mut zur Lücke also, oder – wie der Ostafrikaner sagt – Hakuna matata.


Jeder von uns schleppt schließlich zwei Koffer à 23,3 kg plus Handgepäck von gefühlt neun kg (besser gar nicht erst wiegen) und jeweils einen Laptop zum Flughafen. Das ist definitiv das Limit und zwingt einen schon, die dicken Bergschuhe und die warme Jacke gegen die zu erwartende Kühle auf 1 400 m Höhe anzuziehen; selbst für einen zusätzlichen Schokoriegel als Ohnmachtshappen bleibt kein Platz. Die Dame von Lufthansa zeigt Erbarmen beim Check-in, und so ist die erste Hürde erfolgreich genommen. Viele Stunden später haben wir auch den Zwischenstopp im äthiopischen Addis Abeba überstanden, wuchten erschöpft alle sechs Koffer vom Laufband und schleppen uns in Erwartung der herzlichen Begrüßung durch unsere Schulpartner Richtung Ausgang. Stattdessen erwartet uns zunächst ein Schock in Person tansanischer Zollbeamter: „Please open this.“ Innerhalb von Sekunden entsteht im Ausgang ein Engpass, der kein Durchkommen zulässt. Aus dem ersten Koffer quellen 20 Paar Schuhe, Käppis und ein Fußball, der zweite Koffer gibt über 30 Rucksäcke und Schultaschen frei, dazwischen kullern Socken, T-Shirts und Taschenrechner heraus. Der Zöllner wittert wohl schon satte Einnahmen, aber Gott sei Dank kann ich den herbeigeeilten Vorgesetzten durch das Wedeln mit den vorsorglich vom deutschen Schulleiter unterschriebenen und gesiegelten Unterlagen zur Gemeinnützigkeit unserer Reise und dem deutlichen Hinweis auf den draußen auf uns wartenden afrikanischen Bürgermeister, die Dorfältesten, Eltern und immerhin drei Schulleiter überzeugen, uns ziehen zu lassen. Geschafft.


Die Frage unserer Gastgeber „Why are you so long?“ beantworten wir mit Augenrollen; `wir sind ja da und gut´. Alle umarmen sich herzlich, man schmückt uns mit Blütenkränzen, wir singen ein Lied und beten zusammen ob der sicheren Ankunft nach der langen Reise, und dann geht es – man hat auch an Wasserflaschen gedacht – auf die letzte Etappe der Reise. Das kurze Stück der Asphaltstraße fliegt unter uns dahin, und schon holpern wir über die bekannte Buckelpiste mit ihren tiefen Spurrillen Richtung Norden. Spätestens jetzt sollte man seine Knochen sortiert und nummeriert haben, denn nach eineinhalb Stunden Schlaglöchern ist man heillos durchgeschüttelt.


Rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wir das Lehrerhaus am Berg, alle Gepäckstücke stehen wie von Zauberhand aufgereiht in unseren Zimmern und uns erwartet eine üppige, von netten Kolleginnen zubereitete Mahlzeit. Die erste Nacht beginnt früh, ist traumlos und so kalt, dass wir auch ohne das fehlerhaft aufgehängte Moskitonetz über dem Bett auskommen. Die nun folgenden zehn Tage an unserer Schule vergehen wie im Flug; eingetaucht in eine völlig andere Welt südlich des Äquators sind unsere Tage prall gefüllt mit Tätigkeiten und Projekten aller Art – geplant wie spontan improvisiert – die uns kaum Zeit zur Muße lassen.


Die Veränderungen der vergangenen sechs Jahre an der Nkoasenga Secondary School sind beeindruckend – kein Vergleich zu der kargen Stätte mit einem Rohbau von 2009. Mehrere Gebäudekomplexe, bestehend aus einem modernen Naturwissenschaftstrakt mit zwei Fachräumen, dem Verwaltungstrakt mit Schulleiterbüro und verschiedenen Lagerräumen, Wasser- und Vorratstanks für Mais und Bohnen und die fünf Klassenräume werden ergänzt durch die moderne, energiebewusste Schulküche mit der neuen Halle für die Schulspeisung. Alles das ist eingebettet in üppige Grünanlagen aus von Hecken umrahmten Rasenstücken mit blühenden Büschen und diversen Bäumen. Die Pflege dieser grünen Oase obliegt übrigens den Schülern, die vor und nach ihrem Unterricht diverse Aufgaben zu erledigen haben, die neben dem Bewässern und Jäten auch das Putzen und Wischen der Klassenräume und Flure beinhalten. Die Dienste wechseln wöchentlich und jährlich benannte „Prefects“ überwachen die Einhaltung der Pflichten. Kurz, jedem vorbeikommenden Überlandfahrer öffnet sich plötzlich ein farbenfrohes Idyll, präsentiert sich ein ansprechendes Zentrum für Lernen und Bildung inmitten ansonsten schlichter Landschaft aus Kaffee-, Bananen- und Maisfeldern oder Grassavanne. Unbestreitbar ist auch diese Attraktivität ursächlich für die Anwesenheit von inzwischen 21 Lehrern (mit großem Überhang in Geographie und Kisuaheli und weiterhin deutlichem Mangel an qualifizierten Mathematik- und Englischlehrkräften).


Von den derzeit 235 Schülerinnen und Schülern werden im November 76 an den Zwischenprüfungen der Form II und 46 an den Abschlussexamen in Form IV teilnehmen. Nach wie vor bleiben die Ergebnisse dieser Prüfungen eine der großen Herausforderungen unserer Arbeit. Damit ist auch der Schwerpunkt unserer Tätigkeit in diesem Jahr klar definiert:


1. Wir schaffen für ca. € 1 700,-- neue Schulbücher an oder stocken vorhandene Bestände auf, vervollständigen die Lektüreexemplare für das Kurrikulum in Englisch damit maximal zwei Schüler ein Lehrwerk teilen müssen und erweitern den Bestand an zweisprachigen Wörterbüchern zum Verbleib in den Klassenräumen. Selbstverständlich sind alle Exemplare inventarisiert, nummeriert und gestempelt, aber nur der direkte Zugriff der Lernenden auf die Wörterbücher gewährleistet erfolgreichen Wissenszuwachs. (Den zu befürchtenden Schwund in diesem Bereich nehmen wir in Kauf; ein entführtes Wörterbuch mit dem zu Hause gearbeitet wird ist nicht verloren.)


2. Ich habe mir vorgenommen diesmal selber einige Unterrichtsstunden in Englisch zu geben und die Schüler auch mit Hilfe unserer Audiomaterialien auf neuere Prüfungsformate vorzubereiten. Teilweise in Kooperation mit den Kollegen vor Ort (Form I), teilweise als Vertretung für Stundenausfälle (Form IV) stürze ich mich also in das Abenteuer der Fremdsprachenvermittlung in Afrika und versuche mich an Partner- und Gruppenarbeit und dem bei uns verbreitetem Unterrichtsgespräch. Schwierig, wenn Schüler an seitenweises Exzerpieren aus Lehrwerken oder reines Abschreiben von Tafelbildern gewöhnt sind. Einige Schüler kichern ob meiner Anstrengungen, einige Schüler steigen gleich aus und arbeiten weiter an ihren Geschichts- oder Kisuaheli Aufgaben, andere bemühen sich nach Kräften, aber ihre überwiegend einsilbigen Antworten auf meine eher einfachen Fragen werden höchstens geflüstert und bringen mich an den Rand der Verzweiflung. Nach nur 30 Minuten brauche ich eine Pause und behelfe mich mit der bewährten Taktik „Now, please copy from the board.“ Erst in der anschließenden Arbeitsphase, in der die Schüler die Botschaft des mühselig erarbeiteten Gedichtes unbekannter Provenienz aus dem Prüfungskanon mit eigenen Worten zu Papier bringen sollen, bekomme ich erste Erfolgserlebnisse. Beim Gang durch die Bankreihen kann ich anerkennende Häkchen unter Sätze und sogar Kürzel unter eigenständige kleine Texte setzen, und es dauert nicht lange, bis zu meiner großen Freude fast alle aktiven Schüler ein Lj unter ihren Ergebnissen einfordern. Meine Aufforderung, sich die gelungenen Ergebnisse dann gegenseitig vorzulesen oder gar laut vorzutragen löst pures Entsetzen aus. „Volunteers? Never!“ „You are looking at me, you are talking directly to my face - You cannot possibly mean ME.” Und dann – ganz zaghaft – geht es plötzlich doch. Wobei ich immer noch bezweifle, dass die Mehrheit der Klassenkameraden die gehauchten Antworten ihrer Mitschüler überhaupt gehört haben. Nach fast 70 Minuten bin ich durch und froh über die Bitte eines mutigen Jungen, allgemeine Fragen stellen zu dürfen. Heureka. Schießt los. Aber jetzt kommt es richtig dicke: „Wie glauben Sie kann die Überbevölkerung und Armut in Afrika behoben werden?“ Unter dem geht es nicht, das bewegt die klugen Geister, und die plötzlich höchst gespannte Stille im Raum fordert
eine gute aber gleichzeitig diplomatische Antwort auf ein globales Problem des 21. Jahrhunderts, die nationale und kulturelle Eigenheiten im Gastland nicht verletzt. Das Ende der Doppelstunde belohnt mich mit plötzlich lautstarken und fröhlichen Zurufen: „Thank you, Madam.“ „When will you come again?“ „Can we have another lesson tomorrow, please?“.


Der direkte Kontakt zu den Kindern zeigt zunehmend Wirkung; in den folgenden Tagen verwickeln uns zahlreiche Mädchen und Jungen in den Pausen und nach dem Unterricht in informelle Gespräche und stellen sich gutwillig den Kameras für Impressionen aus dem afrikanischen Schulalltag.


3. Wie in den vergangenen Jahren prämieren wir – diesmal im Rahmen der offiziellen Abschiedszeremonie und im Beisein von Eltern, Dorfältesten und Vertreter der Schulrätin – wieder die besten Jungen und Mädchen aller vier Jahrgänge. Als Anerkennung ihrer Leistungen für die einen und Ansporn für die anderen verteilen wir 30 farbenfrohe Schulrucksäcke der Sparkasse mit der treffenden Aufschrift `Zukunft made in Holstein´ analog zu `Education for a better Life in Nkoasenga´. Der anhaltende Beifall der Anwesenden für die erfolgreichen Schüler und das Engagement von Asante sana e.V. für das ganze Dorf ist groß und berührt uns sehr.


4. Die Verteilung der gespendeten fast 100 hochwertigen Esslöffel an ausgewählte Schüler (Leistungsträger, Freiwillige und sozial Benachteiligte) für das Schulessen komplettiert die offizielle Einweihung der großen Halle und betont im Gegenzug die
Dringlichkeit der elterlichen Mais- und Bohnenlieferung für das Schülermittagessen, die zuvor schon der Schulbeauftragte angemahnt hatte.


5. Unser zweites Projekt fällt in den Bereich Health Education und beinhaltet eine jahrgangsübergreifende Schulstunde auf dem Schulgelände rund um den zentral gelegenen Waschtisch. In Anlehnung an den Biologieunterricht und unterstützt durch die einheimischen Kollegen bei der Versorgung mit Zahnpasta verteilen wir fast 130 Zahnbürsten in allen Farben des Regenbogens an die Schüler/innen aus Form I und III, nicht ohne vorher die Bedeutung der täglichen Prophylaxe zu erläutern. Meine Live-Demonstration mit Bürste und Schaum im Mund sorgt für Anschaulichkeit und allgemeine Erheiterung, aber mir ist alles recht, wenn es Wirkung zeigt. Abgerundet wird diese Unterrichtseinheit schließlich im Klassenraum mit der Erstellung einer kurzen Zusammenfassung des Zahnputzrituals.


Was machen wir sonst noch? Auf zwei langen und ermüdenden Einkaufstouren nach Arusha (mit Riesenbaustelle schon fast vier Stunden reine Fahrzeit), klappern wir diverse Buchläden (es ist eigentlich Feiertag) ab um möglichst alles von der Wunschliste der Academic Masters abzuarbeiten und last not least bestehen wir auf der Suche nach dem günstigsten Angebot für einen zuverlässigen neuen Kopierer (der für die Durchführung der Prüfungen wie die Verwaltung des Schulalltags unerlässlich ist) die Odyssee durch die Elektrogeschäfte der Stadt. Auch hier zahlen sich die mitgenommenen Dokumente aus; wir reden so lange auf den Geschäftsmann ein, bis er uns einen Nachlass von immerhin 10% auf das Wunschmodell gewährt.


Einen gehörigen Teil unserer Zeit nehmen wieder Gespräche und Verhandlungen mit Handwerkern in Anspruch; auch wenn wir einige der `Fundis´ lange kennen, ohne gründliche Inspektion der gelieferten Schulmöbel und ausgeführten Arbeiten für immerhin fast € 5 000,-- geht es nicht. An der einen oder anderen Stelle muss nachgebessert werden – gut, dass wir einen Fachmann dabei haben. Die endlich in Auftrag gegebenen Betten für Asante sana (damit die Schlepperei privater Betten durchs ganze Dorf bei jedem unserer Besuche endlich ein Ende hat) sind leider nur komplett zu reklamieren, da der Holzwurmbefall bereits am dritten Morgen so stark ist, dass die zu erwartende Nutzungsdauer inakzeptabel ist. Auch wenn der Tischler Ersatz verspricht, sind wir besonders deshalb enttäuscht, weil es sich um einen Absolventen unserer Schule handelt.


Die Episode zur Putzaktion der Schülertoiletten erspare ich den Lesern. Nur so viel: im Rahmen von Hygiene- und Gesundheitserziehung ist auch dieser Einsatz nötig und wird in der Hoffnung auf Vorbildfunktion – heldenhaft – demonstriert. Viel erfreulicher ist dagegen die alljährliche Pflanzaktion, diesmal an der Längsseite der neuen Mensa. Gemeinschaftlich bringen wir kleine Setzlinge in den Boden, aus denen bei guten Wetterbedingungen und ausreichender Pflege hoffentlich bald Früchte tragende Zitronenbäumchen zur Bereicherung des schulischen Speiseplans werden.

Insgesamt können wir ein positives Fazit aus unserer Reise ziehen. Es sind vor allem die Begegnungen mit den Menschen, die persönlichen Kontakte in der Schule und dem Dorf, die unsere Arbeit bestimmen; vieles Bekannte wiederholt und vernetzt sich, aber gerade die neuen Erfahrungen überraschen uns und bereichern unseren Einsatz südlich des Äquators.


Wer bis jetzt Zweifel hatte an der Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit unseres Projektes in dieser aufstrebenden Gegend im ländlichen Ostafrika, den überzeugt vielleicht das beeindruckendste Erlebnis aus diesem Sommer: Beinahe täglich brennt dank der leistungsstarken Solaranlage das Licht in unserer Schule bis spät in den Abend hinein. Weil es immer einen Kollegen „on duty“ gibt, der freiwillig Dienst schiebt, können weniger privilegierte Schüler aus der Umgebung hier jederzeit Schularbeiten machen und lernen, und auch an den Wochenenden gibt es Leben im Gebäude, wenn sich kleine Gruppen zum gemeinsamen Lernen treffen oder das kostenlose Angebot zweier Lehrer zum vertiefenden Lernen oder zur zusätzlichen Prüfungsvorbereitung nutzen.


In diesem Sinne übermittle ich Grüße an Asante Sana e.V. außer von Lehrern, Eltern, Schülern und dem Vertreter der Schulbehörde auch im Namen einer jungen Studentin aus Dar-es-Salam, einer ehemaligen Schülerin, die anlässlich unseres Besuches gekommen ist, um sich persönlich zu bedanken für die Förderung des Schulwesens in unserem Dorf, das ihr und anderen erst den Zugang zu höherer Bildung ermöglicht.


Ich sage weiterhin im Namen des gesamten Vorstands von Asante sana e.V. herzlichen Dank den Organisationen wie großen und kleinen Spendern, die ihren Wohlstand teilen und uns helfen Gutes zu tun in einer aufstrebenden Gegend, die auch weiterhin auf unsere Hilfe angewiesen ist. Asante sana sana 2016.

Ilona Lowin-Jacobsen

 

We say welcome

„We say welcome. Our visitors are back again to our country. They love our school’s development. They love our good performance in studies. They love our school. They love our village. They love the peaceful land of Nkoasenga. […]”


Mit diesem selbstgedichteten, schwungvoll vorgetragenen Lied wurden mein Mann und ich am 1. August bei unserer Ankunft auf dem Kilimanjaro International Airport von mehr als 40 Menschen herzlich begrüßt. Wir waren mehr als 15 Stunden mit drei verschiedenen Flugzeugen gereist, hatten mehr als 6000 km zurückgelegt und zu zweit mehr als 100 kg Gepäck transportiert und nun waren wir endlich wieder in Tansania! Zur Begrüßung hatten die Schülerinnen und Schüler nicht nur ein Lied geschrieben, sondern auch einen traditionellen Tanz einstudiert und der Pastor sprach ein Gebet, in dem er für unsere sichere Ankunft dankte.


Wie immer in Tansania gab es auch in diesem Jahr wieder einige Überraschungen. Die Aktivitäten und Projekte des Asante sana e.V. an der Nkoasenga Secondary School haben sich inzwischen bis ins tansanische Parlament herumgesprochen. Der Abgeord-nete der Oppositionspartei, Joshua Nassari, begrüßte uns am Flughafen persönlich und stellte uns für die Woche unseres Aufenthaltes seinen Jeep zur Verfügung! [schließlich sind im Oktober Parlamentswahlen!]


Der neue Schulleiter, Amos Msengi, war die zweite positive Überraschung. Er hat ein gutes Verhältnis zu seinen 251 Schülern und genießt bei seinen inzwischen 20(!) Lehrerinnen und Lehrern ein hohes Ansehen. Wir waren in seinem Haus willkommene Gäste und sind mit dem Versprechen wieder abgefahren, dass er die Schule weiter entwickeln und, gemeinsam mit seinen Kollegen, daran arbeiten wird, die Leistungen der Schüler zu verbessern. Dabei freut er sich auch zukünftig über die Unterstützung vom Asante sana Verein.


Mit vielen Gesprächen, Besuchen, Einkäufen und Diskussionen verging die Woche viel zu schnell. Besonders schön war es, dass wir den Schülern inzwischen so vertraut sind, dass sie von sich aus das Gespräch suchen und unbedingt von uns „Mzungos“ unterrichtet werden wollen.


Zwei besondere Ereignisse sollen in diesem Newsletter spezielle Erwähnung finden:
Svea, die letztes Jahr mit uns in Nkoasenga war, hatte zusammen mit ihrer Familie eifrig Sportschuhe gesammelt und diese waren bei den Schülerinnen und Schülern sehr begehrt. Asante sana an Svea und herzliche Grüße aus Nkoasenga!


Am Donnerstagnachmittag fand ein fröhliches Fest statt, bei dem zum einen die Installation der großen Solaranlage (zu 100 % finanziert durch den Solarförderverein Bayern) sowie zum anderen der Neubau der Küche (finanziert durch BINGO!, die Umweltlotterie, in Zusammenarbeit mit dem Asante sana e.V.) gefeiert wurden. Das Küchengebäude ist soweit fertig gestellt, dass die erste Mahlzeit auf den neuen Öfen gekocht werden konnte und die Schülerinnen und Schüler ab Freitagmittag an der Essensausgabe ihren Ugali und Bohnen von den Köchen erhielten. In Arusha hatten wir eine Motorsäge gekauft, so dass das angelieferte Holz von den Köchen zu Holzscheiten verarbeitet werden kann, um die geschlossenen Öfen zu befeuern. Durch diese neuen Öfen soll wesentlich weniger Feuerholz benötigt werden. In den kommenden Wochen wird der Essplatz errichtet werden, so dass die Schüler hoffentlich schon in der nächsten Regenzeit, also ab November, im Trockenen ihre Mahlzeiten einnehmen können. Ein mögliches Projekt für das nächste Jahr wäre die Möblierung der „Dining Hall“, damit keiner mehr auf dem Betonfußboden sitzen muss.


An dieser Stelle möchte ich allen Spendern und Unterstützern der vergangenen Jahre ein herzliches Dankeschön sagen – ohne Ihre Hilfe hätten wir diese Projekte niemals durchführen können.
In den vielen Festreden brachten die tansanischen Redner immer wieder ihre große Dankbarkeit und Anerkennung zum Ausdruck und alle Ansprachen endeten damit, dass wir allen Mitgliedern unseres Vereins und allen Förderern im fernen Deutsch-land ganz herzlich grüßen und ihnen danken sollen. Dieses gebe ich hiermit sehr gerne weiter:

Asante sana!


Text: Brigitta Carstensen

Fotos: Carl Peter Carstensen

August 2015

 

Reisebericht 2010

 


 

Für mich und meinen Mann ist es nun schon das zweite Mal innerhalb von zwölf Monaten, dass wir nach Tansania zum Besuch unserer Partnerschule reisen.
„Schon wieder Tansania?“ – mag so mancher denken. Ja, und doch war dieses Jahr vieles anders. Neben zahlreichen Dingen, die über das Jahr von freundlichen Spendern zusammengetragen worden waren, hatten wir dieses Mal auch drei Schülerinnen des EvB und eine Ex-Schülerin (Abi 2010) mit dabei, die sich entschlossen hatten uns zu begleiten und Afrika ganz hautnah zu erleben.
Ankunft am Kilimanjaro Airport am 06.10 nach 24-stündiger Reise mittags um 14:50 Uhr:
  • trockene Hitze mit 31 Grad weht uns beim Verlassen des Boeing 767 entgegen
  • kaum haben wir den Zollbereich ohne Probleme verlassen, werden uns unsere zehn Gepäckstücke blitzartig von hilfsbereiten Schülern abgenommen
  • wie langjährige Freunde werden wir von dunkelhäutigen Fremden herzlich umarmt
  • fröhliche Schüler, Lehrer und Eltern heißen uns mit einem selbstgeschriebenen Lied im Schatten einer großen Akazie herzlich willkommen
Wir sind in Tansania!
 
Für sieben Tage sind wir zu Gast in unserer Partnerschule, die nur 45 Autominuten vom inter-nationalen Flughafen entfernt liegt. Und doch sind wir in einer völlig anderen Welt gelandet: Die Nkoasenga Secondary School liegt sehr entlegen in der Nähe des Arusha Nationalparks. Das Dorf ist nicht an das Elektrizitätsnetz angeschlossen und für die ganze Schule gibt es eine Wasserzapfstelle, die von einer Quelle gespeist wird. 267 Schülerinnen und Schüler lernen von Klasse 8 bis zum Abschluss in Klasse 11 in dieser weiterführenden Schule. Besonders die beiden 8. Klassen sind mit je 77 Schülern sehr voll. Häufig teilen sich drei Schüler einen Tisch, wobei sie zusammen auf zwei Stühlen sitzen. Trifft das Wort „Lehrermangel“ noch zu, wenn die Schulleiterin und ein weiterer Lehrer 267 Schüler unterrichten sollen? Vier Aushilfslehrer, Abiturienten, die auf ihren Studienplatz warten, unterstützen, wo sie nur können. Das Zauberwort in dieser Zeit heißt „P/S“ - private study. Die Schüler sitzen zu viert oder fünft um ein Buch herum und kopieren englische Texte in ihre Hefte.
Große Freude bei der Schulleiterin und großes Erstaunen bei den Schülern lösen die zwei mitgebrachten Mikroskope aus. Elsa und Emily versuchen mit einigen Schülern Fertigpräparate anzusehen. Hinterher verschwinden diese kostbaren Geräte im mehrfach gesicherten Safe, denn die Schule verfügt weder über naturwissenschaftlichen Fachräume noch abschließbare Sammlungsräume. Hoffentlich werden die Geräte bald wieder benutzt! In der Zwischenzeit wollen Lisa und Maya den Schülern der 9. Klasse mit Hilfe der Geschichten von Anna und Max etwas über ihre Großhansdorfer Heimat näher bringen. Laminierte Fotos sollen dieses Vorhaben unterstützen, aber es fällt den tansanischen Schülern sichtbar schwer, sich eine weiße Winterlandschaft und das Dahingleiten auf schmalen Kufen vorzustellen. Was ist Eis? Wie kalt ist eine Temperatur von – 5 Grad und wie fühlt sich Schnee an?
 
Mit den 15 000 Euro, die der Asante sana e.V. im letzen Jahr als Spenden für dieses Schulprojekt eingenommen hat, haben wir 1586 Bücher gekauft und mit Hilfe unserer Schülerinnen auch gestempelt, nummeriert und registriert.
Die Schulleiterin stand strahlend inmitten der riesigen Bücherstapel und während der Pause schauten von außen ungläubige dunkle Augenpaare in den Klassenraum, in dem wir arbeiteten. Diese Bücher werden nicht an die Schüler ausgegeben, sondern sollen den Grundstock für eine Schülerbibliothek bilden. Der Tischler hat zwei volle Tage an den Regalbrettern gehobelt, die neue Bibliothek - ein Raum von 5 x 7 Metern - wird inzwischen über eine Solaranlage mit Sonnenstrom versorgt, hat durch unsere Hilfe verglaste Fenster und eine abschließbare Tür erhalten und es ist der erste Raum der ganzen Schule, der innen hell gestrichen ist.
Asante sana allen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben!
 
Brigitta Carstensen
 
 
 

Ein bisschen Tansania in Großhansdorf

So bunt kann Schule sein: am Donnerstag, dem 20.09.2012 hatten die Schülerinnen und Schüler der Orientierungsstufe zum ersten Mal Gelegenheit, eine Gruppe von Schülern und Lehrern aus Afrika live zu erleben.
Eingeleitet wurde die kurzfristig angesagte Veranstaltung durch einen Tanzvorstellung der DSP-Gruppe Klasse 9 von Frau Höckendorf sowie einem lustigen Lied der Klasse 5 mit Frau Kröger, das gab dem Empfang einen feierlichen Rahmen.
Die Gruppe, bestehend aus dem Schulleiter der Ngarenanyuki High School mit Frau, zwei Lehrern, einem Techniker und fünf Schülerinnen und Schülern, besucht zur Zeit die Partnerschule KGB in Bargteheide und erfüllt damit den Anspruch an eine echte Partnerschaft. James Somi, geboren in Nkoasenga, dem Dorf in dem Asante Sana e.V. den Ausbau der weiterführenden Schule betreibt, der kleine Mann mit großem Charisma schafft es mit seiner offenen lebhaften Art innerhalb weniger Minuten, eine Aula voller Menschen in seinen Bann zu ziehen. Afrikanischer Gesang unterstützt vom rhythmischen Schlagen einer Trommel belebt selbst in der fünften Stunde noch die müden Schüler/innen, die begeistert das C – O – C – O – N – U – T – Lied mitsingen.
Im Anschluss an den offiziellen Teil des Besuches konnten unsere Mädchen und Jungen den Partnern aus Afrika noch zahlreiche Fragen stellen, die in einem Gemisch aus Suahili, Deutsch und Englisch auch gerne beantwortet wurden. Nun wissen die Schülerinnen und Schüler wenigstens wohin ihre Spenden des Weihnachtsbasars gehen.
Dank einer Spende des Mensabetreibers, Herrn Gribbohm, konnten wir den Gästen auch ein gutes Mittagessen spendieren, bevor sie sich mit kleinen Geschenken und Grüßen an unsere Partnerschule in Nkoasenga verabschiedeten.
Neues direkt aus Nkoasenga erwarten wir nach den Herbstferien, wenn Frau Carstensen mit einem Sack voller Fotos und vielen neuen Eindrücken von einem erneuten Besuch an unserer Partnerschule zurück sein wird.
Lj
 
 

Reisebericht 2012

 
Eine Ziege als Geschenk
Nach zwei Jahren ist es endlich wieder soweit: zusammen mit meinem Mann und mit gut 100 kg Gepäck trete ich in den Herbstferien auf eigene Kosten die 6000 km weite Reise zu unserer Partnerschule nach Nkoasenga in Tansania an. Sechzehn Schüler und viele Erwachsene begrüßen uns laut singend nach unserer 23-stündigen Reise am Kilimanjaro Airport. Afrikanische trockene Hitze umgibt uns und nach der einstündigen Fahrt über holprige Wege bis zur Schule fühlen wir uns verschwitzt und staubig und wünschen uns eigentlich nichts sehnlicher als ein kaltes Getränk, eine Dusche und etwas Ruhe. Aber wir sind in Afrika und nun geht es gleich richtig zur Sache: der Empfang durch die gut 300 Schüler und die Lehrer sowie die Vertreter des Dorfes im Schatten eines Baumes auf dem großen Schulgelände dauert fast zwei Stunden. Erst dann werden wir zu unserer Unterkunft – ein Raum im Lehrerhaus der Schule - gebracht und schon ist das Essen bereit. Zusammen mit sechs der neun Lehrer und einigen Vertretern des Dorfes nehmen wir nach dem Gebet die erste Mahlzeit ein und erzählen bis uns die Augen fast zufallen.
 
Viel hat sich in den letzten Jahren an dieser Schule verändert. Es gibt mehr ausgebildete Lehrer, mehr Bücher, mehr Unterrichtsmaterial, mehr Klassenräume, es gibt Putz und Farbe auf den Wänden, es gibt in allen Klassenräumen Licht und an vielen Stellen die Möglichkeit, Laptops und Handys zu laden, es gibt am Schulgebäude einen 5000 l Wassertank und viele Zierpflanzen und den Nutzgarten der Schule, der nun regelmäßig bewässert werden kann, es gibt andersfarbige Schuluniformen und neue Öfen in der Kochhütte und es gibt vielmehr Schüler als noch vor wenigen Jahren.
Doch wo man hinsieht – überall gibt es Verbesserungsideen oder notwendigen Erweiterungsbedarf. So installieren wir in diesem Jahr riesige Vorratsbehälter für Mais und Bohnen. Aus diesen zwei Zutaten wird das tägliche Schulessen gekocht. Wir erweitern die Solaranlage auf dem Lehrerhaus, gefördert vom Solarenergieförderverein Bayern, so dass die Bewohner der beiden Haushälften abends nicht um den gespeicherten Solarstrom konkurrieren müssen. Im Namen des Solarfördervereins kaufen wir eine stabile Aluleiter, die täglich im Einsatz ist. Nachts um 22 Uhr wird das handgefertigte neue Bücherregal aus Metall in der Bibliothek angeliefert und eingebaut. Das neueste Klassenhaus bekommt endlich Fenster und Türen sowie eine Abtrennung zwischen den beiden Räumen.
Auch für das kommende Jahr gibt es schon viele Projekte, wie z.B. die Ausstattung von naturwissenschaftlichen Fachräumen, den Bau eines Lagerraums für die Kochgeräte und den Anbau von Regenrinnen sowie das Speichern des aufgefangenen Wassers in großen Tanks.
 
Die Höhepunkte unseres diesjährigen Aufenthaltes bildeten die Auszeichnung der besten Schüler mit aus Deutschland mitgebrachten Geschenken sowie die Einweihung des neuen Doppelhauses für Lehrer, das nun im Rohbau fertig ist. Finanziert wurde dieser Bau zu 75 % durch Gelder des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und zu 25 %durch Gelder des Asante sana e.V.. Zu der Einweihungsfeier, die zugleich auch unsere Verabschiedung war, kamen hohe Regierungsvertreter, die sich sehr beeindruckt über die Aktivitäten und die Höhe der bisher investierten Gelder des Großhansdorfer Fördervereins zeigten. Als Gegengabe versprachen sie uns, der Schule ein mobiles Laboratorium für den naturwissenschaftlichen Unterricht am Anfang des nächsten Schuljahres zu liefern.
 
Als Abschiedsgeschenk des Dorfes erhielt ich eine lebende, beige- braune, lustig vor sich hin meckernde Ziege, die nun beim Bürgermeister des Ortes Asyl gefunden hat. Ihr künftiger Nachwuchs soll zu Gunsten der Nkoasenga Secondary School verkauft werden.
 
Brigitta Carstensen / Oktober 2012
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 

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