Emil-von-Behring der "Retter der Kinder"

Vor langer, langer Zeit in einem kleinen Dörfchen mit dem Namen Hansdorf, das südöstlich von Danzig im heutigen Polen liegt wurde am 15. März 1854 der kleine, außergewöhnlich begabte Emil Adolf Behring geboren. Er kam aus einer Großfamilie mit insgesamt zwölf Kindern und sein Vater war ein einfacher Dorfschullehrer, doch wegen seiner herausragenden Intelligenz bekam der Junge ein Stipendium und konnte so doch das Gymnasium in Hohenstein besuchen.

Der Traum des Emil Behring war es Arzt zu werden. Um diesen Traum zu verwirklichen, verpflichtete er sich zu neun Jahren Militärdienst in Berlin und begann dort im jungen Alter von zwanzig Jahren sein Studium an der Kaiser-Wilhelm-Akademie, welches er nach vier Jahren erfolgreich ab.

Von diesem Zeitpunkt an diente Emil Behring als Truppenarzt bis er im Alter von 33 Jahren befördert wurde und zum pharmakologischen Institut der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn abkommandiert, wo an der Entwicklung chemischer Arzneimittel geforscht wurde, die zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten dienen sollten.

Emil Behrings Interesse galt jedoch viel mehr einer eigenen Idee. Er vermutete, dass der Körper im Falle einer Infektion eine Substanz zur Abwehr produziert. 1889 wurde in das Robert-Koch-Institut für Infektionskrankheiten in Berlin versetzt.

1890 entdeckte Emil Behring die Antitoxine gegen Diphterie und Tetanus bei Versuchen mit Schafen und wendete das aus den Tieren gewonnene Heilserum ein Jahr darauf erfolgreich an zwei Diphterie erkrankten Kindern an. Damit hatte Behring die passive Immunisierung entdeckt. Man konnte also von nun an Infektionen therapieren.

Ab 1892 begann man mit der industriellen Herstellung von Heilseren aus Pferdeblut. Bis zu diesem Zeitpunkt starb in Preußen noch jedes zweite Kind, sobald es an Diphterie erkrankt war. Die Infektionskrankheit konnte nun bekämpft werden, weshalb Behring von nun "Retter der Kinder" genannt wurde.

Am 12. Januar 1893 wurde der Forscher schließlich zum Professor ernannt. Mit zweiundvierzig Jahren heiratete er Else Spinola und hatte dadurch den Aufstieg ins Großbürgertum geschafft und wurde sogar 1901 in den Adelsstand erhoben. Im selben Jahr erhielt er den Nobelpreis.

1913 schaffte von Behring es, die vorbeugende Immunisierung zu entwickeln, die im 1. Weltkrieg zahlreichen Soldaten das Leben rettete.

Emil von Behring starb am 31. März 1917 im Alter von dreiundsechzig Jahren an einer Lungenentzündung und hinterließ eine Witwe und sechs Söhne.