Austauschprogramm mit „Brigitte-Sauzay“

Vr: Hallo Klara, hallo Clémence! Toll, dass ihr euch Zeit für ein Interview genommen habt.

Klara, du warst bereits fast drei Monate in Beauvais/ Frankreich. Gleich im Anschluss seid ihr gemeinsam nach Großhansdorf/Norddeutschland gekommen und du, Clémence, wirst noch bis Mitte Juni bei uns am EvB zur Schule gehen.

Erklärt bitte, warum ihr nicht nur an einem „normalen“ Schüleraustausch teilnehmen wolltet, sondern euch beide dazu entschieden habt, für einen längeren Zeitraum ins Ausland zu gehen!

Clémence: Ich mache „AbiBac“, d.h. ich mache ein deutsch-französisches Abitur an meiner Schule, dem Lycée Félix Faure in Beauvais. Dafür ist es verpflichtend, an einem längeren Austausch in Deutschland teilzunehmen.

Klara: Ich wollte längere Zeit nach Frankreich, weil ich meine Französischkenntnisse verbessern und im Ausland selbstständiger werden wollte. Zudem spreche ich sehr gerne Französisch!

Vr: Wie habt ihr euch kennengelernt?

Clémence: Wir haben uns über die Plattform des „OFAJ“ (Office Franco-Allemand pour la Jeunesse)/ des „DFJW“ (Deutsch Französischen Jugendwerkes) kennengelernt.

Klara: Ich hatte dort eine Freundin von Clémence angeschrieben, die aber bereits eine Austauschpartnerin gefunden hatte. Und sie hat den Kontakt zu Clémence hergestellt.

Vr: An welchem Austauschprogramm nehmt ihr jetzt teil?

Klara: Wir nehmen am Programm „Brigitte-Sauzay“ teil. Innerhalb dieses Programms geht man für mindestens 6 Wochen im Partnerland, also Frankreich und Deutschland, in die Schule, maximal aber für 3 Monate.

Vr: Welche Erfahrungen habt ihr in der Schule gemacht?

Clémence: Der Schulalltag in Deutschland ist viel kürzer als in Frankreich. Hier in Großhansdorf gibt es IPad-Klassen. In Frankreich machen wir Schüler unsere Notizen zum Unterricht auf Einheitspapier und heften dieses ab.

Klara: In Frankreich gibt es zwischen Schülern und Lehrern oder auch Busfahrern auf dem Schulweg einen viel respektvolleren Umgang als bei uns. So wird zum Beispiel auf eine Begrüßung der Lehrer oder des Busfahrers beim Einstieg in den Bus geachtet.

Im Unterricht behandelt man ein bestimmtes Thema über einen viel längeren Zeitraum. Der Unterricht ist wesentlich detaillierter.

Ein wichtiger Punkt ist auch das Kantinenessen, an dem alle Schüler teilnehmen.

Vr: Wie verlief der Schulalltag für euch?

Clémence: Der Unterricht in meiner deutschen Klasse beginnt jeden Tag um 7h40 oder 8h30 und geht bis 13h45. Zu Hause essen wir zu Mittag.

In Frankreich startet der Unterricht täglich um 8h25 und dauert bis 16h30/ 17h30 oder am Freitag bis 15h30. Um 11h25 gibt es in der Schulkantine Mittagessen, für alle.

Vr: Welches Schulsystem bevorzugt ihr? Begründet!

Clémence: Das Deutsche! Hier gibt es mehr Freizeit. Zudem sind IPads toll; das Arbeiten ist wesentlich effektiver damit.

Vr: Welche Erfahrungen habt ihr außerhalb der Schule gemacht?

Klara: In Frankreich war es bereits abends, als wir aus der Schule nach Hause kamen. Dann musste Clémence meist noch Hausaufgaben machen. Ich habe Tagebuch geschrieben, geduscht … Dann war der Tag vorbei.

Clémence: Hier in Deutschland haben die Jugendlichen viel mehr Zeit, sie können z.B. ihre Freunde am Nachmittag oder am Abend treffen, sie können in die Stadt fahren oder ihren Hobbys nachgehen.

Vr: Wie wart ihr zur Schule/ in die Stadt/ zu Freunden unterwegs?

Klara: Wenn wir in Frankreich morgens zur Schule wollten, wurden wir mit dem Auto 5 Minuten bis zur Bushaltestelle gebracht und sind dann nochmal 25 Minuten mit dem Bus zum Lycée gefahren.

Freunde konnten wir nur in der Pause treffen.

Clémence: Hier in Deutschland fahren wir 10 Minuten mit dem Fahrrad zur Schule. Freunde können wir auch nach der Schule treffen, weil wir nur bis mittags Unterricht und danach Freizeit haben.

Vr: Würdet ihr einen solchen Austausch erneut durchführen und würdet ihr das Programm „Brigitte-Sauzay“ Schülern eurer Schule weiterempfehlen?

Klara: Ich kann das „Brigitte-Sauzay“-Programm sehr empfehlen. Die drei Monate sind perfekt, um einen tieferen Einblick in die andere Kultur zu bekommen, tolle Erlebnisse zu haben und sein Sprachniveau aufzubessern.

Clémence: Ja, ich glaube, ich würde wieder diesen Austausch machen. Es war sehr cool, und ich habe viele Fortschritte auf Deutsch gemacht. Es ist eine tolle Erfahrung, und ich empfehle anderen Schülern, diesen Austausch über einen längeren Zeitraum zu machen.

Vr: Ich bedanke mich für dieses Interview! Zudem wünsche ich euch weiterhin viel Spaß zusammen und Freude an gemeinsamen Erlebnissen!

(Interview am 29.5.2024, A. Völker/ Klara und Clémence)

Bild: Klara und Clémence

 

 


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