Deutsch-spanische Freundschaft

„Wir fühlen uns wie Zwillinge, die es in unterschiedliche Teile Europas verschlagen hat“, beschreibt Lucia (16) aus Madrid im Süden ihre Beziehung zu Jillissa (16) aus Großhansdorf im Norden Europas. Die Spanierin Emma (16) und die gleichaltrige Großhansdorferin Ella nicken bestätigend. Ihnen gehe es genauso, seit sie sich vor einem Jahr auf dem von der Europaschule EvB durchgeführten Spanien-Austausch kennengelernt haben.

Eine Woche lang waren 2025 die Spanierinnen und ihre Klassenkameradinnen und -kameraden in Großhansdorf in Familien untergebracht und gingen auf das deutsche Gymnasium. Eine weitere Woche lebten die Deutschen in den spanischen Familien und erlebten spanisches Schulleben.

Nach Beendigung des offiziellen Austausches blieben die vier Mädchen in Kontakt. Die Sehnsucht wuchs. Und so flogen Lucia und Emma erneut zu ihren Zwillingen in den Norden. Den Beginn ihrer Sommerferien gehen sie freiwillig wieder zur Schule – mit ihren deutschen Gastgeberinnen aufs EvB.

Das Verhältnis zu den Lehrkräften in Nordeuropa sei distanzierter; in Spanien eher kumpelig. Gar nicht distanziert ginge es in den deutschen Familien zu. „Wir spielen alle zusammen Spiele, es wird so viel gelacht““, freut sich Lucia. Das würden sie nicht aus Madrid kennen.

Auch anders seien die Mahlzeiten. „So früh am Morgen hat man doch noch keinen Hunger, schon gar nicht auf so nahrhafte Sachen“, findet Lucia. Jillissa wiederum berichtet von einem Loch im Magen nach den eher spärlichen „desayunos“ und Hungerattacken um 19 Uhr, wenn sie in Spanien noch drei Stunden auf die abendliche „cena“ warten musste. Geschmeckt hat es aber allen immer – und man würde sich schon an die fremden Essenszeiten gewöhnen.

Das Wetter sei auch nicht wie zu Hause, meint Emma. Nun ja, gerade in der letzten Woche hatte es in Deutschland doch aber wohl wahrlich spanische Temperaturen...

Nächste Woche kommen Luisas Eltern für ein paar Tage; sie sind mittlerweile mit den deutschen Gasteltern befreundet. Verkehrssprache ist wie bei den Kindern ein dreisprachiger Mix – und manchmal auch ein Kauderwelsch aus Händen und Füßen“ lacht Jillissas Mutter. „Aber das klappt und stärkt das Selbstvertrauen, dass man sich in der Welt schon verständigen kann!“

Erneute Gegenbesuche in Spanien sind auch bereits geplant – Jillissa wird im nächsten Frühjahr wieder in den Flieger nach Madrid steigen. Ella dann im Herbst. Vorher möchte sie noch ein halbes Jahr nach Neuseeland. Wer einmal Blut geleckt hat, will immer mehr von der Welt sehen...

Text und Bilder: Heike Blenk

 

 

 

 


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