Das Emil von Behring-Gymnasium ist eine zertifizierte Schule gegen Rassismus, Mobbing und Ausgrenzung und für Demokratiebildung. Unterschiedliche Veranstaltungen finden zu den Themen statt, unter anderem erdacht und organisiert von der AG Courage.
Das aktuellste Beispiel ist gerade in der Pausenhalle des Stormarner Gymnasiums zu sehen. In einem Video, in einer speziellen Zeitung, auf Postkarten und an Schautafeln wird mit einer Menge an Fotos und Dokumenten zum Anne Frank Tag 2026 das Leben des jüdischen Mädchens dargestellt. Die Besucher der Ausstellung lernen: 1929 in Frankfurt am Main geboren wanderte sie mit ihrer Familie 1934 auf der Flucht vor den Nazis in die Niederlande aus. 1942 bis 1944 versteckten sie sich in einem Hinterhaus in Amsterdam, bis sie verraten wurden. Im Frühjahr 1945 starb Anne 15jährig im KZ Bergen-Belsen.
„Ihre Erlebnisse und Gefühle hat sie in einem Tagebuch festgehalten. Ihr Vater hat das dann später veröffentlicht, damit die Menschen von ihrem Schicksal wissen und daraus lernen“, erläutert Oberstufenschülerin Zoe einer Gruppe von Siebtklässlern, die sich zu einer Führung angemeldet haben.
Genau darum geht es auch der AG Courage unter der Leitung von Lena Sebastian. „Niemand von uns Lebenden ist verantwortlich für die Vergangenheit, aber jeder ist verantwortlich für die Zukunft“, sagt die Pädagogin. Gerade am Beispiel einer Gleichaltrigen könnten die Schülerinnen und Schüler erzählte Geschichte mitfühlen. Die Besucher der Ausstellung sollten erfahren, dass es auch in schwierigen Zeiten Menschen gegeben habe, die mutig waren, Risiken eingegangen seien und geholfen hätten. Sie sollten Vorbilder sehen.
Mit einem Blick auf die Besuchergruppe, die an Zoes Lippen hängt, sagt die AG Leiterin: „Ich hoffe, dass sie sich im Gefahrenfall auch gegenseitig retten würden.“ Sie wolle aufklären und kämpfen gegen Antisemitismus und Mobbing - und für Demokratie. Ihr sei es so wichtig, dass Menschen freundlich und gut miteinander umgingen.
Oberstufenschüler Tom geht mit einer Teilgruppe der 7a einen Fragebogen durch. „Was verändert sich für Anne und ihre Schwester Margot ab Sommer 1941?“ „Jüdische Schülerinnen und Schüler dürfen nicht mehr auf öffentliche Schulen gehen.“ Zwei Jungen sehen sich an. Sie gehen nicht immer gerne in die Schule – aber gar keinen Zugang zu ihren Freunden und zu Bildung zu haben, das wollen sie natürlich nicht. Das sei ja schrecklich. „Nenne drei Dinge, die die Untergetauchten im Hinterhaus nicht mehr machen können.“ „Sie können sich nicht mehr frei bewegen, sie dürfen nicht laut sein.“
Die 7a ist sichtbar berührt. Geschichte so erzählt kommt offenbar an – und hilft hoffentlich, Gräuel nicht zu wiederholen. „Wenn man in die USA blickt und sich die Geschehnisse um ICE ansieht, dann hat man den Eindruck, alles kommt wieder“, sagt Lena Sebastian besorgt. Umso wichtiger sind die Aktivitäten der AG Courage. Die Ausstellung ist noch eine Weile in Pausenhalle 1 zu sehen.
Text und Bilder: Heike Blenk














