In meinem Interview mit unserer Lehrerin Berit Koch habe ich über ihren Weg zum Beruf der Lehrerin gesprochen,der mit einem anderem Studium startet und mit einer eigenen Band weitergeht.
Frau Koch kam im Februar 2022 nach ihrem Refrenderiat in der Nähe von Plön erst als Vertretungslehrerin an unsere Schule. Daraus folgte eine Vollbeschäftigung im Fach Musik. Mittlerweile ist Sie also schon drei Jahre an unserer Schule und beschreibt das Kollegium sowie die Schülerschaft als sehr zusammenhaltend und freundlich. Aber wie kam Sie eigentlich zum Beruf der Lehrern und warum ausgerechnet im Fach Musik?
Es stand eigentlich für Berit Koch schon immer fest, später etwas mit Musik zu machen. Schon im Kindesalter spielte sie Klavier und Querflöte und nahm an
Wettbewerben im Bereich Musical teil. Zuerst bewarb Frau Koch sich auch auf das Studium als Musicaldarstellerin. Allerdings brach sie dieses wegen zu hohen psychischen Druck im hartem Wettkampf um die begrenzten Plätze ab. Auch der daraus resultierende Verlust am Spaß war mit entscheidendent.
Nach ihrem Abbruch bewarb sie sich an einer Musikhochschule, an der sie auch Lehramt im Fach Musik studierte. Das Studium an einer Musik- oder Kunsthochschule unterscheidet sich in sofern von einem normalen Lehramtstudium, dass man an manchen Musikschulen Musik-Doppelfach belegen kann. Bedeutet also, man studiert, statt noch ein anders Fach wie üblich, ausschließlich Musik. Dies dann auch deutlich intensiver als normal. Zudem sei es laut Frau Koch schwer aufgenommen zu werden, da pro Semester nur insgesamt 10 neue Studenten einen Platz bekommen. Insgesamt gibt es zehn Semester. Du musst also besonders gut sein, um überhaupt reinzukommen.
Im Studium wurde ihr dann aber bewusst,wie viel Spaß ihr der Beruf der Lehrerin macht. Frau Koch liebt es, ihren Schülern Musik zu vermitteln. Auch, weil sie der Überzeugung ist, dass jeder musikalisch ist und Musik kein Talentfach ist, so wie oft behauptet wird. Sie argumentiert damit, dass jeder im Alltag mit Musik in Berührung kommt, sei es durch Hören oder Fernsehen.: "Wenn man sich wirklich bemüht und Lust hat,dann kann man auch ohne Talent gut in Musik sein", so Frau Koch. Ein Projekt, um auch uninteressierten Schülern Musik schmackhaft zu machen ist, dass sie ihnen einen selbst ausgesuchten Song auf dem Klavier beibringt.
Am Lehrer sein schätzt sie vor allem, wenn sie sieht, dass ein Schüler sich für ein neues Thema oder eine andere Kleinigkeit begeistern lässt und aus dem Unterricht rausgeht und sich dann Zuhause selber weiter damit beschäftigt. "Das ist eigentlich das beste Kompliment, das du als Lehrerin bekommen kannst."
Neben dem Unterrichten geht Sie in ihrer Freizeit gerne ins Gym, kocht asiatisch angehauchtes Essen, geht auf Konzerte oder trifft sich mit ihrer eigenen Funkband zur Probe. Um ihre Band ging es auch am Ende unseres Gespräches.Weil, welche Schule hat schon bitte eine Lehrerin mit einer eigenen Band? Ich glaub nicht so viele... Die Band von ihr ist noch relativ neu und wurde erst dieses Jahr im März gegründet. Sie besteht aus insgesamt fünf Personen. Die Idee hatten zuerst Berit Koch und ihr Duopartner. Ein Duopartner ist eine feste Zweierkonstellation, die meistens im musikalischen & künstlerischen zusammenhängt. Da es zu zweit aber relativ schwer ist,mit den ganzen Aufgaben einer Band und dem Musizieren fertig zu werden, fragten sie einfach noch ein paar Leute, die sie kannten. Alle waren vom ersten Moment an "Feuer und Flamme". Auf meine Frage hin wie sie heißen und ob sie auch Auftritte machen wollen, antwortete sie mit:" Musik müsse gehört werden!" Und dass ein Bandname noch nicht existiere. Wer sich jetzt fragt,welche Texte man bei diesen Auftritten wohl zu hören bekommt und in welcher Sprache sie geschrieben wurden, der weiß nun, dass sie auf Deutsch sowie Englisch verfasst sind und von Situationen und Gefühlen handeln.
Mir wird nach diesem Gespräch klar, wie doll sich ein Weg im Verlauf noch ändern kann und das nichts so endet, wie man am Anfang dachte, dass es kommt. So wie bei Frau Koch kann sich aus einem reinen Interesse eine Zukunft entwickeln, die durch bestimmte Personen oder Ereignisse angestoßen wird. So,wie es der Professor für Chor-und Ensemble-Leitung bei Berit Koch war. Für alle Musikliebhaber heißt es also, dranbleiben und üben.
Text und Bild: Nika Buttron/Presse AG
