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Italienische Mosaiksteinchen aus Ravenna für den Stormarner Pausenhof

Nele und Joke sehen etwas müde aus. Sie haben vormittags gerade sechs Stunden lang ihre erste Abiturklausur geschrieben und könnten sich, ebenso wie einige ihrer Mitschüler, einen wohlverdienten faulen Lenz machen. Tun sie aber nicht. Stattdessen sitzen sie im Kunstkeller des Emil-von-Behring-Gymnasiums und lauschen interessiert Almuth Schöps, einer Restauratorin für Kunst- und Kulturgüter aus dem italienischen Ravenna. Und nicht nur sie, sondern mit ihnen weitere Abiturienten – und Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen anderen Jahrgängen, Sintje ist erst in der sechsten Klasse. Keiner, auch nicht Kunstlehrerin Susanne Krummrey, will sich die Chance entgehen lassen.

Gemeinsam wollen sie Kunst für den Pausenhof schaffen! Für Holzpfähle sollen Abschlusselemente als aufwändiges Mosaik gestaltet werden; Totems auf runden Scheiben mit 30 cm Durchmesser.

Angeschoben hat dieses ehrgeizige Projekt mal wieder Lehrerin Ingke Anders, der die Schulraumgestaltung – immer mit Mitsprache und Hilfe der Schüler - eine Herzensangelegenheit ist. Zusammen mit ihrer Kollegin Ingrid Niemeyer hat sie in den letzten Jahren bereits diverse Aktionen gestartet, damit alle sich am EvB richtig wohlfühlen können.

Und wie es mit Herzensangelegenheiten so ist, hat Ingke Anders mit der befreundeten Künstlerin schon im Vorwege eine Menge Vorarbeit geleistet. Es gab nicht nur ein Planungstreffen. Die herrlich bunten Mosaiksteinchen aus venezianischem Glas wurden original aus Italien besorgt. Kiesel in verschiedenen Farbschattierungen wurden geschleppt und gewaschen. Der Schulverein konnte überzeugt werden, die Finanzierung zu übernehmen. Und nun kann es losgehen.

„Ausgehen tun wir von einem Bild, aber dann müssen wir sehen, wohin uns die Steine führen“, lacht Almuth Schöps und skizziert damit den kreativen Prozess. Vorsichtig greifen die Jugendlichen in die glänzenden kühlen Glashaufen, spüren begeistert die raue warme Oberfläche der Kiesel. Viele Stunden werden alle in Schul- und vor allem Freizeit investieren, bis die Kunstwerke aufgestellt werden können. Aber alle sind zuversichtlich, dass das noch vor der Abiturentlassung geschehen kann!

Text und Bilder: Heike Blenk

 

 


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