Job Shadowing in Helsinki III - ein Reisetagebuch

Freitag, 08.03.2024: Tag 5 - Abschied

An unserem letzten Schultag überraschte Helsinki uns mit etwas Schnee und überhaupt war es heute viel kälter als die Tage zuvor.
Im Englischunterricht ging es inhaltlich um Prokrastination, ein Phänomen, das auch am EvB beobachtet werden kann. Insgesamt konnten wir selber in der letzten Woche einiges an Themen aus dem Unterricht mitnehmen. In Geschichte knüpfte die Kollegin nahtlos an ihren Vortrag vom Mittwoch an. Es ging weiter mit griechischer Architektur, eindrücklich durch einen Videoclip von Assassin's Creed veranschaulicht. Da die Stunde nicht direkt nach dem Mittagessen lag, konnten sich die Schüler*innen auch besser konzentrieren.

Und dann hieß es für uns auch schon Abschied nehmen von der Apollon Yhteiskoulu. Es waren wertvolle Eindrücke für uns, die wir noch ein bisschen sortieren müssen. Aber es steht fest, dass uns insbesondere der Umgang mit der Schülerschaft und die Erziehung zur Eigenverantwortung beeindruckt haben.

Donnerstag, 07.03.2024: Tag 4 in der Apollon yhteiskuolon

Heute haben wir auf Nachfrage eine 8. Klasse im Geographieunterricht besuchen dürfen und wir waren erstaunt wie anders der Unterricht hier läuft: Zuerst wurden alle Handys eingesammelt, die SuS hatten Bücher und Schreibhefte zur Hand und haben sich wie bei uns ganz "normal" gemeldet und es fanden Unterrichtsgespräche statt:) Ein völlig neues Unterrichtserlebnis! Auch hier wird durchgehend die digitale Tafel mit Karten und Videos genutzt und am Ende der Stunde sollten die SuS an ihren Padlets weiterarbeiten, die sie erstellen. Hierfür musste der einzige Laptopwagen der Etage gebucht werden- so wie bei uns. Wir nehmen insgesamt wahr, dass mit den SuS sehr behutsam und sehr rücksichtsvoll umgegangen wird und das scheinbar keinerlei Konflikte entstehen, weil alle sehr bemüht sind, den Schüler*Innen ihre Komfortzonen zu lassen.
 

Mittwoch, 06.03.2024: Tag 3

An unserem 3. Tag in der Apollon Schule bewegen wir uns schon fast wie selbstverständlich durch das Gebäude. Im Gegensatz zu den Schüler*innen können wir den Vordereingang vorbei an der schicken Rezeption nehmen. Mit dem Aufzug in den 6. Stock und da erwartet uns schon eine Stunde höhere Mathematik. Wir sind vor allem davon beeindruckt, mit welcher Leichtigkeit die Lehrerin zwischen den verschiedenen digitalen Formaten hin und herspringen kann. Sie betont aber auch, dass es durchaus noch Schüler*innen gibt, die gerne ein Heft benutzen und sie räumt ein, dass der Unterricht seit Einführung des digitalen Lehrwerkes langsamer geworden sei. Nach einer Stunde Schwedisch und dem kostenlosen Mittagessen steht für uns Geschichte auf dem Plan. Wir versuchen dem Unterricht zu folgen und bekommen den Eindruck, dass hier ein ganzen Blumenstrauß an Themen zur Sprache gekommen ist: lateinische Liebeslyrik, römische Zahlen, Kindererziehung in Sparta, römische Rechtsprechung. Die Tatsache, dass das größtenteils auf Finnisch vorgetragen wurde, machte die Sache nicht einfacher. Aber auch die Schüler*innen haben dem 90-minütigen (!) Vortrag nicht alle aufmerksam gelauscht. Wir konnten beobachten, dass einige ihrem Handy mehr Aufmerksamkeit schenkten. Ein Schüler schlief tatsächlich ein, so dass er das Stundenende verpasste und noch immer auf seinem Tisch verweilte, als die meisten schon gegangen waren. Wir haben in den letzten Tagen mehrfach beobachtet, dass Schüler*innen dem Unterricht nicht unmittelbar folgen. Die Kolleginnen aber, mit den wir darüber sprechen, sehen ihre Aufgabe darin, möglichst viel Verantwortung an ihre Schüler*innen zu übertragen. Wer nicht lernt, bekommt eben eine schlechte Note. Mit diesen Eindrücken lassen wir diesen Tag gemütlich ausklingen: von der Geschichtslehrerin bekamen wir einen Tipp für ein Café direkt am Wasser und unsere Abendessen genießen wir mit Blick auf den Hafen von Helsinki. Ein weiterer interessanter Tag geht zu Ende und wir freuen uns auf morgen!

Dienstag, 05.03.2024: Tag 2

An unserem 2. Schultag stehen Kunst, Englisch und Französischunterricht auf unserem Programm. Wir lernen heute neue Kolleg*Innen kennen und stellen fest, dass die Struktur des Unterrichts doch sehr abhängig vom Fach und der Kollegin ist. Der Kunstunterricht startet deutlich "strenger" mit deutlicher Anwesenheitskontrolle und dem Zuschließen der Tür, so dass Zuspätkommer warten müssen bis sie hineingelassen werden. Die SuS bearbeiten dann ein Projekt zu persönlichen Mindmaps, die jedoch Straßenverläufe und typische Architektur der Stadt beinhalten sollen. Hier nutzen die SuS die Laptops um Straßenkarten und architektonische Vorlagen herauszusuchen. Am Ende müssen alle Projekte jeweils eingescannt/ abfotografiert und im digitalen Klassenraum hochgeladen werden, damit sie bewertet werden können. Der Englischunterricht ist unserem in Ablauf und Struktur und auch der Form der Ansprache sehr ähnlich. Den Französischunterricht beenden wir spontan früher, um einen Einblick in die "special education" zu bekommen. Das ist eine kleine Gruppe von Schüler*Innen mit "special needs". Wir sind sehr beeindruckt von der Art und Weise wie die beiden Kolleg*Innen den Kindern mit sehr viel ehrlichem Respekt einerseits und klaren Regeln andererseits begegnen; wie sie es schaffen in den z.T. sehr herausfordernden und provozierenden Situationen ruhig und ganz klar in der (Körper)Sprache zu bleiben. Um die gesammelten Eindrücke zu verarbeiten, genießen wir den späten Nachmittag an der frischen Luft auf der Museumsinsel von Helsinki. Moi Moi und bis Morgen!

Montag, 04.03.2024: Tag 1 - Besuch der Apollon yhteiskoulun luki

Zum Glück hatten wir für den Schulweg etwas mehr Zeit eingeplant, so dass wir bereits eine viertel Stunde vor dem eigentlichen Termin gemütlich in der Caferteria unserer Hospitationsschule saßen - dachten wir. Doch als wir nach den beiden Kolleginnen und der Schulleiterin fragten, wurde schnell klar, dass wir falsch waren. So mussten wir uns über einen vereisten Schulhof wagen und weiter suchen. Es war schwieriger als gedacht, denn die Schule ist nicht in einem eigenen Gebäude untergebracht, sondern befindet sich in zwei Stockwerken eines größeren Bürogebäudes, das unter anderem auch die Handelsbank beherbergt. Die Schule ist gerade erst im Januar dorthin umgezogen und so wirkt einiges noch etwas provisorisch, was aber dem freundlichen Empfang keinen Abbruch tat. Nach einem kurzen Kennenlernen ging es sogleich in den Unterricht. Heute durften wir Schwedisch und Deutsch besuchen. Aufgefallen ist uns, wie auch schon unseren Kolleg*innen vor uns, wie unterschiedlich der Unterrichtsstil ist. Wir erlebten Lehrerinnen, die sehr freundlich und ruhig den Unterrichtsstoff präsentierten. Unterrichtsgespräche fanden weniger statt. Im Deutschunterricht haben die Schülerinnen aber gleich die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und uns eingebunden: „Kannst du uns helfen?“. So konnten wir mit ihnen kleine Dialoge über ihre Familien führen. Wir freuen uns schon auf die Eindrücke, die der morgige Tag für uns bereit hält und beenden den Tag gleich, wie es sich in Finnland gehört, mit einem Saunagang.

Sonntag, 03.03.2024: Ankunft

Heute sind wir, das sind Marie Janssen und Jelka Iven, in Helsinki gelandet um eine dritte Schule zu besuchen. Wir sind Vormittags im winterlichen Helsinki gelandet und haben uns bei herrlichem Sonnenschein direkt auf den Weg in die Stadt gemacht um sie zu entdecken. Nachdem wir einen Supermarkt „überfallen“ mussten um an unsere Coins für das Ticket zu kommen (wenn Technik versagt…), haben wir direkt den Dom und den Hafen erkundet. Mit der Fähre ging es dann durch die gefrorene Ostsee, vorbei an der Badeanstalt!, zur vorgelagerten Insel Suomenlinna - UNESCO Weltkulturerbe. Abends in die Sauna und der erste Tag in Finnland war perfekt:)

 

Die Reisetagebücher von Renate Schoeneich und Bettina Roosen bzw. Lisa Bürger und Dirk Krönert sind durch Anklicken der Namen zu erreichen.


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