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Jugend gestaltet nachhaltige Zukunft

Gemeinsam eine bessere nachhaltige Zukunft schaffen; der Bürgermeister hielt Wort

Auf dem Tisch Wasser, Kaffee und Kekse, Stifte und Papier. Um den Tisch herum vier Erwachsene und mehrere Jugendliche. Die Atmosphäre im Raum 024 ist konzentriert, der Umgang ist respektvoll und freundlich.

Der Großhansdorfer Bürgermeister Janhinnerk Voß ist ins Stormarner Emil von Behring-Gymnasium gekommen, mitgebracht hat er Frau Mulsow vom Umweltamt und den Amtsleiterfür Gebäudewirtschaft und Schulen Gruß. Gemeinsam lassen sie sich von verschiedenen Schülergruppen Zukunftsprojekte vorstellen und wollen überlegen, wie sie bei der Umsetzung helfen wollen.

Ausgedacht hatten die Schülerinnen und Schüler des E-Jahrganges sich die Projekte in einer von der Geographielehrerin Kathrin Lentz und der FSJlerin Catherine Leichsenring organisierten Projektwoche. Der Bürgermeister war vor einigen Monaten in der Aula des Gymnasiums Zeuge gewesen, als der E-Jahrgang Mitschülerinnen und Mitschülern Ideen für die Zukunft vorstellte (siehe vorheriger Bericht zum Thema). Damals war er begeistert gewesen und hatte versprochen, zu anderer Zeit über Konkretisierungen zu sprechen. Das Versprechen hielt er nun.

Geduldig ließ er sich die Ideen und Projekte detailliert vorstellen, fragte interessiert nach und zeigte echtes Interesse. Solarenergie, Digitalisierung, Tabletklassen, Thermosflaschen, Wasserspender, vermehrte Nutzung des Fahrrades oder der U-Bahn. Oder auch Verbesserungen der Bussituation des ÖPNV. Die Schüler beklagten unbequeme und überfüllte Innenräume und schlugen andere Sitzmöbel, Wlan, USB-Anschlüsse und zusätzliche Busse vor. Dann würden auch mehr Menschen dieses umweltfreundliche Transportmittel nutzen, anstatt mit Autos die Luft zu verpesten. „Es geht immer ums Geld“, erläuterte Voß den Jugendlichen die Beweggründe für Entscheidungen des Busunternehmens. „Die Polsterungen der Sitze wurden wieder entfernt, weil sie zu oft durch Vandalismus zerstört worden sind. Die jetzige ungemütlichere Hartplastikvariante ist schlicht günstiger, weil sie widerstandsfähig ist.“ Aber er versprach in der nächsten Sitzung die konkreten Vorschläge der Schüler weiterzugeben.

Eine andere Gruppe wünschte nachhaltige Kleidung und suchte Sponsoren für hochwertige, fairtrade gefertigte Schul-Hoodies, die sogar als Secondhandware an Jüngere weitergegeben werden könnten. Der Bürgermeister merkte kritisch an, dass Jugendliche heutzutage sehr modisch sein wollten – und kurzlebigen Trends eher folgten, als sich Secondhandware zu kaufen, selbst, wenn diese hochwertig sei. Hier sah er nicht so viel Sinn zu helfen. Das Thema Schuluniform kam auf, wurde jedoch verworfen, denn „dann wäre doch der individuelle Ausdruck des einzelnen Schülers gefährdet“, begründete Paul. An Secondhand-Kapuzenpullover glaubte er aber weiterhin. Die letzten Gruppen sprachen über Carsharing und E-Mobilität, um den CO2-Ausstoß zu verringern und die Anzahl der Automobile im Stadtbild zu senken.

Mit all den geballten Informationen bepackt werden Bürgermeister Voß und seine Kolleginnen und Kollegen nun darüber beraten müssen, welchem Projekt sie konkret helfen wollen und können. Schon jetzt haben aber alle gewonnen, nämlich die Sicherheit, dass einerseits Jugendliche verantwortungsvoll mit ihrer Welt umgehen wollen – und dass es andererseits sehr wohl wichtig ist, was junge Menschen denken; dass das durchaus gehört wird – und dass sie Unterstützung bekommen, beim Schaffen einer nachhaltigen Zukunft.

Text und Bilder: Heike Blenk


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