„Mischt euch ein!“

„Ich könnte jetzt ein paar lustige Anekdoten aus Ihrem Schulleben hier am EvB aufzählen“, beginnt Schulleiter Frank Weis seine Rede zur Entlassungsfeier 2024, nachdem er die Abiturientinnen und Abiturienten willkommen geheißen hat. „Aber das erscheint mir angesichts der angespannten Weltenlage unangebracht“, fährt er fort. Die Menschheit würde von Katastrophe zu Katastrophe schliddern, darüber müsse man reden. Die Eltern- und Großelterngeneration würde sich um Lösungen hinsichtlich der Kriege und des Klimas bemühen, aber es käme nun auch auf die Generation der Abiturient*innen an. „Traut euch das zu! Mischt euch ein! Zieht euch nicht ins gemütliche Private zurück!“, ruft er den jungen Menschen im Forum zu, die nun in die Welt hinausgehen und sich ihre Wege und Schwerpunkte suchen müssen. Hier an unserer Schule habt ihr den Horizont dafür erworben und hoffentlich auch Herzenswärme und Empathievermögen. Ihr seid gerüstet!“

Dann dankt der Schulleiter allen, die beim Werden der Welten- und Hochschulreife geholfen haben. Den Eltern, die mit ihren Kindern mit Liebe, Geduld und Pausenbroten den Rücken gestärkt haben. Den Lehrer*innen, die mit Herzblut vor allem auch in der Abiturzeit auch so manches Wochenende und manche Nachtschicht investiert haben. Den Sekretärinnen und den Hausmeistern, die immer zur Stelle waren, wenn Fragen aufkamen oder Hilfe benötigt wurde. Und der Oberstufenleitung, Frau Schulz und Frau Dulige, die das Abitur 2024 perfekt organisiert haben.

Für das Kollegium spricht Herr Grupe, der ebenfalls auf eine angespannte Weltenlage blickt. Er erinnert sich an die Corona-Zeit und Homeschooling – und sein eigenes Abitur: „Als ich in den 80er Jahren mein Reifezeugnis erhielt, hieß der amerikanische Präsident George W. Bush; davor saß an seiner Stelle der Schauspieler Ronald Reagan. Damals hätte man gedacht, „bekloppter kann es nicht werden...“ Aber auch er traut den Abiturient*innen 2024 zu, die Herausforderungen zu meistern, die da auf sie zukommen und verabschiedet sich mit dem Lied „Johnny B. Goode“, begleitet von Lukas am Klavier, Janós am Schlagzeug und sich selbst auf der Gitarre.

Die Abiturienten-Mutter Frau Wiederhold erinnert sich ebenfalls an ihr Abitur und ihre Schulzeit und stellt fest, dass sich vieles gar nicht verändert habe. Das frühe Aufstehen, zu kalte oder zu warme Klassenräume, Hausaufgaben, das ganze Schulsystem als solches... Wer sich aber in diesem System verändert habe, seien die ehemaligen Schülerinnen und Schüler. Sie hätten im Laufe der Schuljahre ihre Individualität ausgeprägt und ihre einzigartigen Talente weiterentwickelt; begleitet, ermutigt und gefördert von ihren Lehrern und Lehrerinnen.

Und nun fragten sich sicher die meisten, wohin es nun gehen solle mit all dem. Frau Wiederhold ermutigt zum ersten Schritt. „Mit dem beginnt es. Und dann seht ihr, ob die Richtung stimmt. Falls nicht, müsst ihr nachjustieren, anders abbiegen.“ Der Lebensweg sei wie ein Mosaik, das, wenn man nahe dran stehe, unklar aussehe – wenn man aber später weiter wegtrete, sehe man, dass jedes einzige Mosaiksteinchen, jeder einzelne Schritt, zum Endergebnis geführt hätte. „Habt keine Angst vor Veränderung, vor der Zukunft! Habt nur Angst vor der Angst!“, ist ihr abschließender Rat.

Jona und Lennox lassen im Namen der Schülerschaft die Schulzeit nun doch noch Revue passieren und heben vor allem die Corona-Zeit, die Digitalisierung und die Skifahrt hervor. Sie danken allen Lehrerinnen und Lehrern, die sie inspiriert und aufgebaut hätten. „Wir fühlen uns nun gar nicht verzagt. Wir sind zuversichtlich und glauben an uns!“, sagen sie ausdrücklich mit strahlenden Gesichtern. „Wer weiß, wer von uns die erste Rakete zum Mars schickt oder gar die Welt rettet! Wir freuen uns auf das kommende Abenteuer!“, rufen sie zuversichtlich. Aliena und Leonie setzen noch einen drauf: „Wir sind bereit für das, was kommt! Wir wollen unsere Träume beschützen und leben! Die Zukunft gehört uns!“

Die EvB Big Band unter der Leitung von Herrn Schraplau sorgt den ganzen Nachmittag  für eine stimmungsvolle Untermalung. „The Final Countdown“ ist zu hören.

Und dann ist er endlich da, der Moment, auf den alle mindestens acht Jahre am Gymnasium hingearbeitet haben. Die Tutorinnen und Tutoren händigen mit der Oberstufenleitung und dem Schulleiter die Abiturzeugnisse aus und schauen dabei in ausnahmslos strahlende Gesichter. Über der Szene schweben das Motto „AbiVegas – um jeden Punkt gepokert“ und ein niedliches Kinderfoto aus Zeiten, als der jeweilige Abiturient noch einen langen Weg zum Reifezeugnis hatte.

Ehrungen werden ausgesprochen und Preise verteilt für besondere Leistungen im Bereich Soziales, Musik, Technik, Physik, Latein... Der Abiturjahrgang hat eine Reihe sehr engagierter Menschen zu bieten. Beim Gruppenfoto auf der Bühne werfen dann alle ihre Graduiertenmütze schwungvoll in die Luft – und das war es dann mit ihrer Schulzeit. Darauf wird draußen noch mit glücklichen und stolzen Eltern und Lehrern angestoßen. Bevor alle noch gerade rechtzeitig aufbrechen, um das EM Spiel Deutschland gegen Spanien zu sehen.

Text: Heike Blenk

Fotos: Heike Blenk und Oliver Kraupner

 

 

 

 

 


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