Über ein Jahr lang war das EvB ohne offiziellen Schulleiter. Über ein Jahr lang haben Renate Schoeneich und Bettina Roosen das EvB kommissarisch geleitet – mit extrem hohem persönlichen Einsatz - und mit Bravour. Unter tatkräftiger Mithilfe der anderen Mitglieder der Schulleitungsrunde und des gesamten Kollegiums.
Seit Anfang Mai freuen sie sich nun über Verstärkung. Die Schulleitung ist wieder vollständig. Das EvB hat wieder einen offiziellen Schulleiter. Jörg Berger heißt er.
Ursprünglich kommt er aus Sachsen. Nach dem Studium in Dresden und Jena lockte ihn das Referendariat nach Trittau in Schleswig-Holstein. Zuletzt war er Stellvertretender Schulleiter am Kopernikus-Gymnasium in Bargteheide; dann reizte ihn die Ausschreibung am benachbarten Stormarner Gymnasium.
„Schon in der 8. Klasse wusste ich, dass ich Lehrer – Mathelehrer – werden wollte; da gab es nie eine Alternative“, lacht er. Bestärkt hat ihn eine fähige Mathematiklehrerin. Sie schenkte ihm eine Glücksmünze, er trägt sie immer noch an seinem Schlüsselbund. Bereut hat er seinen Berufswunsch nie. „Ich liebe diese Momente, in denen ich sehen kann, dass der Groschen gefallen ist“, lacht er und die hellen blauen Augen blitzen. „Ich möchte Jugendlichen Mathematik nahe bringen und zeigen, dass Lernen generell Spaß machen kann.“ Sein zweites Fach ist Philosophie.
„Aber Schule ist immer mehr als Unterricht; es geht um Kommunikationsakte und so viele Erfahrungen auf allen Ebenen, um den Respekt und die Wertschätzung anderer, das Wachsen von Persönlichkeit und einen demokratischen, toleranten und produktiven Umgang miteinander.“ Vor allem jedoch müsse Schule Spaß bringen, das sei der Motor für alles.
Um all das umzusetzen, scheint dem neuen Schulleiter das EvB der geeignete Ort. Es habe ein Team, das sehr gut funktioniere. Es sei herzlich, groß, bunt und offen, menschlich und räumlich. In den verschiedenen Türmen und Gängen müsse er sich allerdings noch zurechtfinden lernen, schmunzelt er.
Er wünscht sich, dass Schulleitung, Kollegium, Schülerschaft und Eltern respektvoll und offen über alles sprechen und gemeinsam Lösungen finden können.
Um sich allen Schülerinnen und Schülern vorzustellen, besuche er gerade alle Klassen; nach und nach. Dem Kollegium möchte er möglichst vieles ermöglichen. Es ermutigen, all die unterschiedlichen Ideen und Talente einzubringen. Was er vermeiden möchte, sei, dass neue Ideen und Ansätze keine Chance bekommen würden. Neue Ideen müssten Platz haben.
Wenn er sein Büro nach einem ereignisreichen Arbeitstag Richtung Bad Oldesloe verlässt, erwarten ihn zuhause fröhlich eine Tochter und zwei Söhne; 4, 7 und 10 Jahre alt. Für die wenige Zeit, die dann noch bleibt, nennt er eine Reihe von Hobbys: Lesen und Brettspiele. Laufen und Fahrradfahren. Musik hören. Scifi-Filme sehen – die „Starwars“-Welt sei ein Rückzugsort. Er besuche auch gerne mal eine abendliche Schultheater-Aufführung; das hätte ihn auch schon früh gereizt.
In den Ferien sei er ein Fan der südlichen Sonne, der er in seinem Bulli entgegenfahre. Skandinavien sei allerdings wegen der Kinder auch ein schönes Urlaubsziel. Dass die Europaschule EvB zu vielen Orten in Süd und Nord intensive Kontakte pflegt, freue ihn.
Jörg Berger ist gespannt auf die kommende Zeit. Man sieht ihm die Lust an, das EvB-Team zu verstärken und die Schule tatkräftig im Sinne der europäischen Idee und der demokratischen Werte zu lenken und zu leiten. Meine Tür steht dabei allen offen“, lädt er zum Austausch ein. „Carpe diem!“
Das EvB nimmt die Einladung an und ruft seinem neuen Kapitän zu: „Herzlich willkommen! Auf gute, respektvolle, wertschätzende Zusammenarbeit!“
Text und Bilder: Heike Blenk


