Spanische Weihnachten am EvB – im Januar!

„Was habt denn ihr zu Weihnachten bekommen?“ Das fragte Jona Ehrhardt und ging mit dem Mikrofon durch die vollbesetzten Reihen im Forum. Dort saßen alle Klassen, die zurzeit am EvB Spanisch lernen. Jahrgang 7, 8, 9, 10, Oberstufe. 300 Schülerinnen und Schüler.  „Kopfhörer.“ „Einen Teppich.“ „Bücher.“ „Und wer hat die Geschenke gebracht?“ „Meine Eltern“, lachte ein Mädchen ins Mikro. „Ja, aber die jüngeren Kinder glauben an den Weihnachtsmann“, fügte jemand anderes hinzu.

„Genau – und das ist in Spanien anders. Da sind es Caspar, Balthasar und Melchior – und sie kommen auch erst im Januar“, erläuterte Jona. Diese Feier mit Geschenken, die das Ende der Weihnachtszeit anzeigt,  sei ein sehr wichtiger Tag für Spanier und Lateinamerikaner -  besonders für die Kinder und Jugendlichen. Es gäbe ganz tolle „Cabalgatas“(= Umzüge) überall.  Große und kleine Städte und Dörfer, alle machten mit! In jedem Statdteil würde groß gefeiert. Es herrschten überall Freude, es regnete Geschenke und alle hätten große Hoffnungen und sagten sich gute Wünsche für das neue Jahr. Anders als in Deutschland gäbe es aber keine Weihnachtsmärkte und keine stimmungsvolle Adventszeit.  

„Jetzt ist Januar. Also lasst sie uns rufen!“ Und dann schallte es durchs Forum, erst leiser und zögerlich, dann lauter. „Melchior!“ „Caspar!“ „Balthasar!“ Und da waren sie plötzlich auf der Bühne – winkend, mit wilden Locken und Bärten, bunten Gewändern und Säcken voller Zuckerwerk. Begeistert und erwartungsvoll wurden sie mit Klatschen und Johlen begrüßt. Aber bevor es ans Verteilen ging, musste jede Klasse etwas auf Spanisch darbieten; möglichst unter Einbindung der Zuschauer.

Durch das ganze umfangreiche Programm führten souverän auf Spanisch (und manchmal Deutsch) Jona Ehrhard und Romal Ishaqzai aus dem Q2 Jahrgang. Organisiert hatte das Ganze, wie in den letzten Jahren auch, Spanischlehrerin Celia Digón-López, selbst gebürtig aus Madrid und entsprechend im Thema. Unterstützt wurde sie von ihrer Fachschaft; Bettina Roosen, Paula Estrada Quintero und Finn Melander. Ton und Licht steuerten Anton Wiederhold und Magnus Diercks. Für musikalische Untermalung am Klavier sorgte virtuos Lukas Kocijancic.

Die 7c hatte mit Spanischlehrer Finn Melander ein Lied über die drei Heiligen Könige einstudiert. Die 7a performte unter der Leitung von Celia Digón López eine Kombination aus Lied und Spiel mit Publikum. Die 8d hatte mit derselben Lehrkraft eine Theaterszene mit dem Titel „Érase una vez una noche de Reyes Magos“ einstudiert. Die AG-DELE hatte unter der Leitung von Celia Digón López den Tanz Macarena eingeübt und animierte das Publikum mitzutanzen. Nach anfänglicher Scheu ließen sich dann tatsächlich alle dazu bewegen, sich von den Stühlen zu erheben und mehr oder weniger mutig Hüften und Hände zu schwingen. Die Schülerinnen und Schüler des Q1-Kurses von Herrn Melander waren Jury im Vorlesewettbewerb „Gedichte über die Könige“:

  • 7. Kasse “Melchor, Gaspar y Baltasar“, der Gewinner war Max Beckmann (7a).
  • 8. Klasse: „Un chupete para el niño Jesús“, die Gewinnerin war Anni Holst (8d).
  • 9. Klassen: „Tres burros van a Belen“
  • 10. Klassen: „Un viaje accidntado“, der Gewinner war Mats Visscher (10a).

Weil sie auch Spanisch sprechen, waren auch die chilenischen Austauschschüler geladen. Sie stellten sich und das seit vielen Jahren laufende Austauschprogramm vor.

Und dann endlich, die Säcke wurden geöffnet – und die drei Heiligen warfen in hohem Bogen zuckrige Gaben unter die Menge, die aus den Sitzen sprang und versuchte, möglichst viel davon einzusammeln. Wem das nicht reichte, der konnte sich an einer Kuchenklappe noch selbstgebackene spanische Leckereien kaufen. Alle Spanischklassen hatten dafür Kuchen gebacken und gespendet, die 8d verkaufte emsig – der Erlös geht an die Partnerschule in Tansania.

Etwas erschöpft, aber sehr zufrieden zeigte sich am Ende die Organisatorin. „Wir sind eine zertifizierte Europa-Schule. Uns liegt besonders daran, dass die Schülerinnen und Schüler sich gut in Europas kulturellen Gebräuchen auskennen. Und das gelingt besonders gut, wenn man auch mal aus seiner Komfortzone raus muss und den Kopf vom Schulbuch hebt. Gemeinsam auf der Bühne, handlungsorientiert und mit Spaß gemeinsam agieren, das bringt es.“

Text und Bilder: Heike Blenk


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