EvBläser

Vom Tuten und Blasen

Vom „Tuten und Blasen“ – EvBläser, unsere Bläserklassen am EvB

„Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden“.

Dieses Zitat Wilhelm Buschs passt ganz gut zu unseren „EvBläsern“, denn wirklich „schön“ sind die ersten Töne nicht, die am Anfang auf Querflöte, Klarinette, Trompete, Saxophon, Posaune, Euphonium oder Tuba erzeugt werden. Sie sind vor allem erst einmal ganz schön laut. Doch wie durch ein Wunder wird schon innerhalb weniger Wochen aus dem anfänglichen „Krach“ Musik und beim ersten Auftritt zum Weihnachtskonzert nach knapp vier Monaten Bläserklasse ist man jedes Mal wieder erstaunt, dass junge Schüler/innen in so kurzer Zeit so schnell ein Instrument erlernen können.          

Diese tolle Erfahrung machen wir als Bläserklassenlehrer gemeinsam mit unseren Schülerinnen und Schülern seit dem Schuljahr 2014/2015, als wir das Projekt „EvBläser“ als Unterrichtsangebot im 5. und 6. Jahrgang erstmals angeboten haben. Seitdem erfreuen sich unsere Bläserklassen immer weiter wachsender Beliebtheit und die ersten „Nachwuchsbläser“ sind inzwischen in der Juniorband oder anderen Ensembles gelandet. Wer eins unserer traditionellen Konzerte zu Weihnachten oder zum Schuljahresende besucht, wird schnell merken, dass am EvB viele Schüler entgegen des Sprichwortes ganz schön viel Ahnung vom „Tuten und Blasen“ haben!

Wer sich nun fragt, was es mit den „EvBläsern“ auf sich hat, findet im Folgenden hoffentlich alle Antworten darauf.   

Das Angebot orientiert sich am seit Jahren erfolgreich in vielen Schulen praktizierten Bläserklassen-Konzept, bei dem das praktische Musizieren mit Blasinstrumenten elementarer Bestandteil des Musikunterrichtes in der 5. und 6. Klasse ist. Zusätzlich zur wöchentlichen Musik-Doppelstunde, in der wir als Bläser-Ensemble gemeinsam spielen und weitere Inhalte aus den Fachanforderungen Musik vermittelt werden, erhalten die Schüler/innen einmal in der Woche instrumentalen Gruppenunterricht. Das Besondere ist, dass die Schüler von Anfang an gemeinsam musizieren und der monatliche Kostenbeitrag im Vergleich zu privatem Instrumentalunterricht relativ günstig ist.

Musik spielt für viele Menschen eine wichtige Rolle im Leben, die meisten sind allerdings eher passive Hörer. Dass aber vor allem das aktive Musizieren die intellektuelle und soziale Entwicklung von Kindern nachhaltig positiv prägen kann, wurde in vielen wissenschaftlichen Untersuchungen bewiesen. Dazu gehört neben dem Ausdrücken und Ausleben von Emotionen auch die Förderung von motorischen Fähigkeiten, Konzentrationsfähigkeit, Durchhaltevermögen, Lernmotivation und Leistungsfähigkeit, was sich auch in den anderen Fächern positiv auswirken kann. Daneben schafft das gemeinsame Musizieren mit anderen Gruppenerlebnisse und Gruppenverbundenheit und fördert kooperatives Denken und Handeln.

Jedes Kind hat kreative Fähigkeiten, die beim Erlernen und Spielen eines Instruments geweckt, gefördert und zur vollen Geltung gebracht werden. Mit dem Erlernen eines Instrumentes gibt man Menschen etwas mit, das sie ein Leben lang begleiten und das ihnen niemand nehmen kann, denn Musik vermag eine Gegenwelt darzustellen zu einer technisierten und am reinen „Nutzwert“ von Dingen ausgerichteten Welt.

Keine! Alle notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten werden im Rahmen des Musik- und Instrumentalunterrichtes  gemeinsam erlernt, zudem erfordert das Erlernen eines Blasinstrumentes keine besondere musikalische Begabung. Wichtig ist aber, dass man grundsätzlich Lust auf das Erlernen eines Instrumentes und ebenso Zeit und die Motivation hat, zusätzliche Zeit zum Üben zu investieren.

Natürlich haben viele Eltern und Kinder die Sorge, dass man mit dem Wechsel zum Gymnasium einer größeren Belastung ausgesetzt ist. Zum Teil mag das zutreffen, allerdings kann das eigene Musizieren sehr positiv zum Stressabbau beitragen und wird meistens nicht als Belastung, sondern als Bereicherung empfunden. Ein großer Vorteil von Blasinstrumenten ist, dass man gerade am Anfang schon mit 15-20 Minuten Spielzeit am Tag schnelle Fortschritte machen und vor allem vom ersten Ton an mit anderen zusammen musizieren kann, was sehr motivierend ist! Durch den Instrumentalunterricht haben die „EvBläser“ max. 45 Minuten mehr Unterricht als die Mitschüler, die nicht im Bläserprojekt sind. Der Instrumentalunterricht findet in Kleingruppen mit drei bis vier Scgülern im EvB statt. Dabei versuchen wir nach Möglichkeit, an den planmäßigen Schulunterricht anzuschließen, damit keine allzu langen Wartezeiten oder zusätzlichen Fahrtwege notwendig sind.

Alle Kinder, die sich für „EvBläser“ angemeldet haben, erhalten leihweise für zwei Jahre ein hochwertiges Blasinstrument, das sie im Rahmen des wöchentlichen Gruppenunterrichtes bei einem professionellen Instrumentallehrer und beim Ensemblespiel im Musikunterricht erlernen. Zusätzlich werden im Musikunterricht natürlich auch alle anderen Inhalte des Lehrplanes  behandelt. Mit den zunehmenden instrumentalen Fähigkeiten können nach einigen Monaten erste Ergebnisse bei kleinen Auftritten präsentiert werden. 

Holzblasinstrumente: Querflöte, Klarinette, Saxophon

Blechblasinstrumente: Trompete, Posaune, Euphonium, Tuba

Eine erste Ausprobiermöglichkeit der angebotenen Instrumente erfolgt(e) im Rahmen des Informationsvormittags im Februar. Wer diesen Termin verpasst hat und vor der Anmeldung zu „EvBläser“ wissen möchte, ob das Projekt etwas für ihn ist, kann sich gerne mit dem Koordinator an der Schule, Herrn Schraplau, in Verbindung setzen und einen Termin zum ersten Ausprobieren vereinbaren. Alle für die „EvBläser“ neu angemeldeten Kinder probieren dann an einem Nachmittag im Mai oder Juni des jeweiligen Schuljahres beim Instrumentenkarussell mit den zukünftigen Instrumentallehrern alle angebotenen Instrumente intensiv aus. Danach gibt jedes Kind drei Instrumenten-Wünsche an, von denen einer erfüllt wird, so dass jeder neue EvBläser am Anfang des neuen Schuljahres „sein“ Instrument erhält. Entscheidend sind dabei drei Faktoren:

  1. der Wunsch der Schüler
  2. das Urteil der Instrumentallehrer nach den Ausprobiernachmittagen
  3. die Ausgewogenheit der Instrumente in der Bläserklasse

Wichtig ist, dass die Schüler die Instrumente auswählen, nicht die Eltern. Auch wenn wir versuchen,  möglichst alle Schülerwünsche zu erfüllen, besteht kein Anspruch auf ein ganz bestimmtes Instrument. Warum ist das so? Ähnlich wie z.B. in einer Fußballmannschaft ist es in einem Bläserensemble wichtig, dass alle „Positionen“ besetzt sind, damit es gut klingt und allen Spaß macht. Wie es beim Fußball nicht 10 Stürmer und keinen Torwart geben kann, macht es auch in einer Bläserbesetzung keinen Sinn, wenn 10 Schüler Saxophon spielen und keiner Posaune. Sollte sich jedoch während der Anfangsphase herausstellen, dass die getroffene Wahl überhaupt nicht passt, finden wir dafür mit Sicherheit eine Lösung!

Die Kinder, die sich für das Unterrichtsangebot „EvBläser“ angemeldet haben, werden entsprechend der Prinzipien der Orientierungsstufenleitung (unter anderem Freundschaften, Fahrgemeinschaften etc.) auf die Klassen verteilt. Dabei haben wir seit diesem Schuljahr sowohl reine Bläserklassen als auch „gemischte Klassen“ aus Bläser-Kindern und „Nichtbläsern“. Für die gemischten Klassen findet der Musikunterricht parallel in klassenübergreifenden Kursen statt.

Im Musikunterricht der „EvBläser“ werden so viele Inhalte wie möglich praktisch mit den Instrumenten erarbeitet. Zudem werden Musikstücke einstudiert und geprobt, so dass nach und nach ein Repertoire für kleine Auftritte entsteht.

Im zusätzlichen Instrumentalunterricht, der je nach Gruppengröße 30 oder 45 Minuten dauert,  werden alle nötigen instrumentalen Fertigkeiten vermittelt, die im Klassenverband nicht beigebracht werden können. Zudem kann auf die Besonderheiten jedes Instrumentes besser eingegangen werden.

Damit die Kinder ihre Instrumente nicht den ganzen Schultag lang mit sich herumzutragen brauchen, haben wir einen Aufbewahrungsraum in der Nähe der Musikräume eingerichtet.

Am Ende der 6. Klasse müssen die Instrumente leider wieder abgegeben werden, weil sie für die neuen „EvBläser“ in Klasse 5 benötigt werden. Alle Schüler, die weiterspielen wollen, können dann in der Juniorband mitmachen, um den späteren Übergang in andere Ensembles, z.B. die EvB Big Band, vorzubereiten. Die Schule unterstützt die Eltern bei Bedarf bei der Suche nach einem Instrument und der Organisation von Instrumentalunterricht auf privater Basis.

Für dieses Unterrichtsangebot, welches über die Allgemeinbildung hinausgeht, fallen vor allem für den Instrumentalunterricht und die Anschaffung, Versicherung und Wartung der Instrumente Kosten an. Daher wird für die Dauer der zwei Schuljahre Bläserklasse ein monatlicher Beitrag in Höhe von 40 € erhoben, der per Lastschrift vom Schulverein eingezogen wird. Eine Sozialermäßigung ist möglich.

Was umfasst der Beitrag?

  • Die Miete für ein hochwertiges Blasinstrument inklusive Pflegeset und Wartung
  • Instrumentenversicherung
  • 30-45 Minuten wöchentlichen Unterricht in Gruppen durch professionelle Instrumentallehrer
  • Das Notenmaterial für den Ensembleunterricht im Rahmen des Musikunterrichtes

Entstehen weitere Kosten?

Für die Holzblasinstrumente Saxofon und Klarinette benötigt man „Blättchen“ zur Tonerzeugung. Da es sich um „Verschleißteile“ handelt, deren Lebensdauer von der individuellen Vorsicht und der wöchentlichen Spieldauer abhängt, werden diese nicht von der Schule bezahlt. Die Blätter haben einen Stückpreis ab 2 €.

Eventuell lassen die Instrumentallehrer noch zusätzliches Notenmaterial anschaffen, das selbst bezahlt werden muss.

Hilfreich, aber nicht zwingend notwendig, ist die Anschaffung eines Notenständers für das Spielen und Üben zu Hause.

Das Angebot „EvBläser“ wird verbindlich für zwei Jahre gewählt.

Damit das Konzept funktioniert und sich keine Kinder langweilen, lernen alle ein ihnen neues Instrument. Wer schon eines der angebotenen Blasinstrumente spielt, sollte bitte vor der Anmeldung mit Herrn Schraplau Kontakt aufnehmen!

Sollte ein Instrument in der Familie vorhanden sein oder von den Eltern angeschafft werden, kann dieses, sofern es nach Rücksprache mit dem Instrumentallehrer bzw. dem Bläserklassenlehrer geeignet ist, verwendet werden. Der Monatsbeitrag reduziert sich dann um 15 €. Dieses gilt auch, wenn etwa nach dem ersten Bläserklassenjahr ein eigenes Instrument angeschafft wird.

Bei fahrlässig verursachten Schäden an den Leihinstrumenten, die nicht von der Instrumentenversicherung abgedeckt werden, müssen die Eltern die Kosten übernehmen.

Unterrichtet werden die Bläserklassen-Gruppen zur Zeit von Frau Rölke, Frau Kröger und Herrn Schraplau.

Wenn Sie oder Ihr Kind noch Fragen zu „EvBläser“ haben, wenden Sie sich bitte an Herrn Schraplau. E-Mail: su@evb-sh.eu oder blaeserklasse@evb.eu

oder telefonisch über das Sekretariat des Emil-von-Behring-Gymnasiums Großhansdorf:

04102-45860

Ihr Ansprechpartner am EvB für alle Fragen zur Bläserklasse ist Herr Schraplau.

Jörg Schraplau

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